Warum die Ukraine eigene Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen braucht – ein Kommandeur erklärt die Lage.

Warum die Ukraine eigene Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen braucht – ein Kommandeur erklärt die Lage
Warum die Ukraine eigene Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen braucht – ein Kommandeur erklärt die Lage

Die dringende Notwendigkeit eigener Abwehrsysteme

Nach Angaben von UATV: Juri Fedorenko, Kommandeur der 429. separaten Brigade für Drohnensysteme 'Achilles', machte im Fernsehsender FREEДОМ deutlich, wie essenziell es für die Ukraine ist, über eigene Mittel zur Abwehr ballistischer Raketen zu verfügen. Zwar sei die ukrainische Luftverteidigung sehr erfolgreich darin, Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern abzuwehren, doch bei ballistischen Raketen klaffe eine gefährliche Lücke. Dieser Mangel wiege umso schwerer, da die russische Armee diese Waffengattung immer häufiger einsetzt.

Nach offiziellen Angaben kann die Ukraine bis zu 90 Prozent der propellergetriebenen Drohnen und ebenso viele Marschflugkörper des Gegners abschießen. Ganz anders sieht es bei ballistischen Raketen aus: Um eine einzige zu zerstören, werden mindestens zwei Abwehrraketen benötigt. Das verdeutlicht das enorme Missverhältnis zwischen Bedrohung und Abwehrkapazität – besonders nach den massiven Angriffen der russischen Streitkräfte am 2. Juli 2023.

Produktionsengpässe und die Vielfalt der Bedrohungen

Fedorenko wies darauf hin, dass die Ukraine keine Patriot-Systeme herstellt. Zudem habe der Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu einem Mangel an Raketen für diese Systeme geführt. Er betonte:

„Die Verteidigungskräfte und ukrainischen Hersteller haben eine Reihe eigener Lösungen präsentiert, die zum Einsatz kommen werden.“ – Juri Fedorenko

Ein weiteres Problem sei das extrem langsame Tempo der weltweiten Raketenproduktion. Fedorenko erklärte: „Die Fertigung dieser Raketen läuft weltweit im Schneckentempo – sehr, sehr langsam. Deshalb sagt der ukrainische Staat unseren Partnern: ‚Freunde, wir sind ein Hightech-Land und bereit, diese Raketen selbst zu bauen. Gebt uns die technologischen Möglichkeiten und die entsprechende Genehmigung.‘“

Der Kommandeur ging auch auf die große Bandbreite ballistischer Raketen beim Gegner ein. Er fragte: „Warum gibt es bei den Russen derzeit solch einen ‚Zoo‘ an ballistischen Raketen? Weil die Ukraine unter anderem die Serienproduktion bestimmter Raketen blockiert hat.“ Zu den vom Gegner eingesetzten Raketentypen zählte er:

  • 4 Flugabwehrraketen vom Typ 3M22 'Zirkon'
  • 24 ballistische Raketen 'Iskander-M'/S-400
  • 34 Marschflugkörper Ch-101
  • 8 Marschflugkörper 'Kalibr'
  • 4 gelenkte Luft-Boden-Raketen Ch-59/69
  • 496 Angriffsdrohnen der Typen 'Shahed', 'Gerbera', 'Italmas'

Diese Faktoren unterstreichen den akuten Handlungsbedarf: Die Ukraine muss eigene Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen entwickeln, um ihre nationale Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten. Angesichts der ständigen Bedrohung durch den Aggressor wird die Fähigkeit, ballistische Raketen effektiv zu bekämpfen, zu einer entscheidenden Voraussetzung für den Schutz des Landes und seiner Bevölkerung. Der Aufbau eigener Technologien in diesem Bereich könnte zudem die heimische Rüstungsindustrie stärken und die Abhängigkeit von importierten Waffensystemen verringern.


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