Nach 30 Jahren Hafturteil: Ukrainischer Marineinfanterist aus russischer Gefangenschaft befreit.
Befreiung nach einem unfairen Urteil
Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Marineinfanterist Eskender Kuduşov, ein Krimtatare, ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Ein russisches Gericht hatte ihn zuvor in einem unrechtmäßigen Verfahren zu fast 30 Jahren Haft verurteilt. Kuduşov, der 23 Jahre seines Lebens der ukrainischen Armee diente, geriet am 16. April 2022 in Gefangenschaft, als er versuchte, aus einer Einkesselung auszubrechen und dabei 26 Kilometer zurücklegte.
Mit 18 Jahren wurde Eskender Kuduşov in Saporischschja zum Dienst eingezogen. Seine militärische Laufbahn führte ihn 2004 in den ukrainischen Friedenskontingent im Irak und 2009 nach Kosovo. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 blieb er seinem Eid treu. Den Beginn des großangelegten russischen Angriffskrieges erlebte er 2022 an der Frontlinie im Gebiet Donezk. Der Kontakt zu ihm brach im Frühjahr 2022 ab; seine Familie erhielt seine letzte Nachricht am 27. März 2022.
Vom Täterstaat verurteilt und durch Verhandlungen befreit
Im Jahr 2023 verhängte Russland zunächst eine 25-jährige Haftstrafe gegen Kuduşov, die später auf 29 Jahre und 6 Monate erhöht wurde. Seine Freiheit erlangte er schließlich durch einen Gefangenenaustausch am 5. Februar 2023. Bei diesen Verhandlungen in Abu Dhabi wurden insgesamt 314 Kriegsgefangene ausgetauscht. Ein vorheriger Austausch hatte bereits am 2. Oktober stattgefunden, bei dem 185 ukrainische Soldaten und 20 Zivilisten freikamen.
Die Rückkehr Eskender Kuduşovs markiert einen wichtigen Erfolg in den schwierigen Bemühungen um den Austausch von Kriegsgefangenen. Sein Schicksal veranschaulicht die immense Härte und Komplexität dieses Krieges sowie die unermüdlichen diplomatischen Anstrengungen, um Gefangene zurückzuholen. Seine Geschichte steht exemplarisch für das Leid und die Opfer, die ukrainische Soldaten im Verteidigungskampf gegen die Invasion erbringen.
Solche Gefangenenaustausche sind ein zentraler Bestandteil der Kriegsrealität und dienen auch dazu, die Moral der Truppen und der Zivilbevölkerung in einer langwierigen Auseinandersetzung aufrechtzuerhalten.
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