Zerwürfnis in Brüssel: Warum das Verhältnis zwischen von der Leyen und Kallas so angespannt ist.
Reibungen in der EU-Außenpolitik
Nach Angaben von TSN.ua: Die Beziehung zwischen Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, und der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas gilt als deutlich angespannter als die zwischen von der Leyen und ihrem Vorgänger Josep Borrell. Diese Konflikte treten zunehmend offen zutage, während gleichzeitig umfassende Reformen in der Struktur der EU-Außenpolitik geplant sind. Solche persönlichen Spannungen auf höchster Ebene sind für die Handlungsfähigkeit der Union nicht förderlich.
Ein zentraler Streitpunkt war die Blockade von der Leyens gegen die Ernennung von Martin Selmayr, dem ehemaligen stellvertretenden Generalsekretär der Europäischen Kommission. Obwohl Kallas versuchte, sich dagegen zu wehren, blieben ihre Bemühungen erfolglos. Ein hochrangiger EU-Beamter berichtet, dass Kallas privat ihren Unmut äußert und von der Leyen als 'Diktatorin' bezeichnet, jedoch kaum Möglichkeiten sieht, die Situation zu ändern.
Anstehende Reformen verschärfen die Lage
Zusätzlich heizt ein geplanter neuer Generaldirektorat für den Nahen Osten und Nordafrika, dessen Einrichtung für 2025 vorgesehen ist, die Debatte an. Dies geht mit Diskussionen über einen möglichen Personalabbau beim Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) einher, was die Arbeitsbeziehung zwischen Kallas und von der Leyen weiter belasten könnte. Diese Faktoren zeigen, dass das Verhältnis der beiden Spitzenpolitikerinnen auf eine harte Probe gestellt ist.
Die anhaltende Spannung zwischen von der Leyen und Kallas könnte schwerwiegende Folgen für die EU-Außenpolitik haben. Sie droht, Entscheidungsprozesse bei wichtigen internationalen Initiativen zu verzögern und die Koordination zwischen den EU-Institutionen zu erschweren. In einer Zeit globaler Unsicherheit, in der eine geschlossene europäische Außenlinie immer wichtiger wird, ist eine funktionierende Zusammenarbeit der Führungspersonen jedoch unerlässlich.
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