Diplomatischer Eklat: Ungarn stellt ukrainische Geldtransporter.
Ukrainische Geldboten in Ungarn festgesetzt
Nach Angaben von UATV: Ungarische Behörden haben eine Gruppe ukrainischer Geldkuriere festgenommen und damit einen diplomatischen Konflikt ausgelöst. Das ukrainische Außenministerium verurteilt die Aktion als rechtswidrig und fordert die Rückgabe von Staatseigentum. Der Vorfall ereignete sich während des Transports von Devisen und Edelmetallen. Diese Vorgänge belasten das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den beiden EU-Nachbarn zusätzlich.
Am 6. März 2023 veröffentlichte die ungarische Regierung Aufnahmen der Festnahmeaktion, bei der sieben ukrainische Staatsbürger in Begleitung von Geldtransportern festgesetzt wurden. Nach ukrainischen Angaben handelte es sich bei der beschlagnahmten Fracht um etwa 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold.
Die ukrainische Nationalbank wirft Ungarn vor, die Geldtransporter-Teams und das Staatseigentum illegal in Besitz genommen zu haben. Das Außenministerium in Kiew reagierte mit einer scharfen Stellungnahme:
„Die Maßnahmen der ungarischen Behörfen werden als rechtswidrig bewertet.“
Das Ministerium fügte hinzu, dass „die Festnahme der Mitarbeiter und der Diebstahl des Eigentums nicht ohne Konsequenzen bleiben werden“. Der Fall wird in der Ukraine intensiv diskutiert und hat Besorgnis über die rechtliche Lage der im Ausland festgesetzten Bürger ausgelöst.
Belastungsprobe für die bilateralen Beziehungen
Die Festnahmen könnten schwerwiegende Auswirkungen auf die ukrainisch-ungarischen Beziehungen haben und jede weitere Zusammenarbeit blockieren. Die ukrainische Seite betont, dass derartige Handlungen internationale Vereinbarungen und Normen für den Werttransport verletzen könnten.
Als mögliche nächste Schritte der ukrainischen Regierung werden erwogen:
- Die Übermittlung diplomatischer Protestnoten
- Die Anrufung internationaler Institutionen zum Schutz der Bürgerrechte
Lesen Sie auch
- Der 28. Juni 1996: Wie die Ukraine ihre Verfassung verabschiedete und was sie veränderte
- Krim als russisches Versorgungsdrehkreuz ausgeschaltet: So stockt der Nachschub für die Besatzer
- Präsident Selenskyj unterzeichnet Gesetz zum Milleniumsjubiläum des Kiewer Höhlenklosters
- Krim unter Dauerbeschuss: Kiew macht die Halbinsel für Moskau zur unhaltbaren Last
- Wie die Minsker Abkommen die ukrainische Sprache im Donbass verdrängten – eine Analyse von Serhij Harmasch
- Ukrainischer Haushaltsplan bis 2027: Kiew kalkuliert mit Kriegsende – was das für die Bürger bedeutet

