Ungarn-Wahl 2023: Wie sich das Verhältnis zu Kiew und Brüssel neu justieren könnte.

Ungarn-Wahl 2023: Wie sich das Verhältnis zu Kiew und Brüssel neu justieren könnte
Ungarn-Wahl 2023: Wie sich das Verhältnis zu Kiew und Brüssel neu justieren könnte

Neue Dynamik zwischen Kiew, Budapest und Brüssel nach der Parlamentswahl

Nach Angaben von UATV: Am 12. April 2023 wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Dieses Ereignis könnte die Beziehungen zwischen der Ukraine, der Europäischen Union und Ungarn grundlegend verändern. Der Politikwissenschaftler Wolodymyr Fessenko hat mehrere mögliche Szenarien für eine Entspannung der Lage skizziert. Dazu gehören die Wiederinbetriebnahme der Ölpipeline 'Druschba' sowie die Möglichkeit, Ungarn vorübergehend sein Stimmrecht in der EU zu entziehen. Ein hilfreicher Kontext: Ungarn blockiert derzeit ein EU-Hilfspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine, was in Brüssel für erhebliche Spannungen sorgt.

Fessenko zufolge herrscht derzeit eine abwartende Haltung:

„Zunächst wurde eine Pause eingelegt. Auch wir warten auf das Wahlergebnis.“
Er betont, dass die EU rechtliche Mittel besitze, um Budapest vorübergehend das Stimmrecht zu entziehen, falls die Erpressung durch die ungarische Regierung anhalte.

Politische Aussichten und mögliche EU-Sanktionen

Der Experte stellt klar, dass es sich dabei um eine vorübergehende Maßnahme handle:

„Es geht um den vorübergehenden Entzug der Stimme bei Entscheidungen.“
Dies wäre eine direkte Reaktion auf das Verhalten Ungarns. Fessenko unterstreicht die Notwendigkeit diplomatischer Vorwarnung:
„Man muss im Vorfeld vor solchen Provokationen warnen.“

In seiner Analyse beleuchtet Fessenko auch die Taktik von Viktor Orbán:

„Orbán ist nun einmal so. Das ist seine Eigenart, dieses doppelte Spiel.“
Dies deute darauf hin, dass Orbán die Zusammenarbeit mit der EU nicht vollständig aufkündigen, sondern weiterhin taktieren werde. Die Wahlen könnten daher ein entscheidender Wendepunkt sein. Ein verbessertes Verhältnis zwischen Kiew, Budapest und Brüssel wäre möglich, sofern sich der politische Kurs in Ungarn ändert. Sollte Budapest jedoch weiterhin wichtige EU-Beschlüsse blockieren, bleibt die Lage angespannt und erfordert besonnenes Handeln der ukrainischen Diplomatie und ihrer europäischen Partner.


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