Vier Jahre Krieg: Front erstarrt, Mobilisierung in der Ukraine kriselt.
Die Lage in der Ukraine vier Jahre nach dem russischen Angriff
Nach Angaben von TSN.ua: Seit dem Beginn des groß angelegten russischen Überfalls auf die Ukraine sind vier Jahre vergangen, und die Situation bleibt äußerst angespannt. Russland hält weiterhin etwa 18–19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Allein im letzten Jahr konnten russische Truppen rund 4700 Quadratkilometer Land erobern, was eine anhaltende militärische Aktivität belegt. Gleichzeitig beobachten Experten eine gewisse Stagnation an der Front.
Dmytro Kusnez stellt fest: 'Derzeit funktioniert die russische Kriegsmaschinerie ausreichend gut: Die Machthaber sind in der Lage, die laufenden Verluste an Personal und Material zu decken.'Die russische Offensive kommt zwar voran, aber nur langsam und unter hohen Verlusten.
Probleme bei der Mobilisierung und interne Risiken
Die Mobilisierungsbemühungen in der Ukraine bereiten ebenfalls große Sorgen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine meldete im November 2025 insgesamt 310.000 ungeklärte Fälle von Fahnenflucht und unerlaubter Entfernung von der Truppe. Hinzu kommen etwa zwei Millionen Ukrainer, die wegen Verstößen gegen die Meldepflichten zur Wehrpflicht gesucht werden. Diese Zahlen gefährden die personelle Aufstellung der Streitkräfte erheblich.
Die Gefahr einer inneren Destabilisierung ist weiterhin real. Wladimir Putin betonte während einer Auszeichnungszeremonie am 23. Februar die 'Verantwortung' der Militärs und aller Bürger für die Zukunft des Landes – eine Aussage, die als Zeichen für den wachsenden Druck auf die russische Gesellschaft angesichts der hohen Verluste gedeutet werden kann.
Die Expertin Ella Paneyach weist darauf hin, dass Wladimir Putin 'einen großen Sieg braucht, um die enormen Verluste vor der Bevölkerung zu rechtfertigen'.Dies könnte die innere Spannung in Russland weiter erhöhen und die Unterstützung für den Krieg in der Bevölkerung untergraben.
Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage möglicher Verhandlungen mit Putin offen. Oleksandra Ustinowa bemerkt dazu: 'Ich glaube nicht, dass das Parlament jemals einer solchen Lösung zustimmen würde. Das würde als Kapitulation aufgefasst werden.' Die politische Lage in der Ukraine ist somit weiterhin komplex und von zahlreichen Herausforderungen geprägt, die dringend gelöst werden müssen.
Angesichts eines langwierigen Krieges und erheblicher innerer wie äußerer Belastungen sieht sich die Ukraine mit schwerwiegenden Gefahren für ihre territoriale Integrität und Stabilität konfrontiert. Die Krise bei der Mobilisierung, die hohen Verluste unter den Soldaten und die zunehmende gesellschaftliche Anspannung stellen die Fähigkeit der Regierung in Frage, die Krise effektiv zu steuern. Gleichzeitig versucht die russische Seite, die Kontrolle über die besetzten Gebiete zu festigen, was die Aussichten auf Friedensgespräche und eine stabile Konfliktlösung weiter verkompliziert.
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