Russlands Wirtschaft im Kriegsmodus: Zivile Branchen bluten aus.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges
Nach Angaben von UATV: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hinterlässt tiefe Spuren in der heimischen Wirtschaft. Ein enormer Anteil der Staatsfinanzen wird für militärische Zwecke abgezweigt: Rund 40 Prozent des föderalen Budgets fließen in die Kriegsführung. Diese massive Umverteilung geht zulasten ziviler Wirtschaftssektoren, deren Entwicklung dadurch massiv eingeschränkt wird. Seit 2024 befindet sich die russische Volkswirtschaft zudem in einer Stagnationsphase, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft.
Die Folgen sind konkret spürbar. So wurde die Produktion ziviler Lokomotiven beim 'Uralvagonzavod' bereits 2022 eingestellt, weil die 'Russischen Eisenbahnen' (RŽD) die Mittel dafür nicht mehr aufbringen konnten. Auch die Kohleindustrie steckt in einer tiefen Krise. Trotz fortgesetzter Exporte nach China und Indien bleibt die Nachfrage aus diesen Ländern schwach. Die prekäre Finanzlage der RŽD zeigt sich auch an ihrer Schuldenlast, die Ende 2022 die Höhe von 4 Billionen Rubel erreichte.
Zukunftspläne und wachsende Probleme
Für die Jahre 2024, 2025 und 2028 sind zwar Schritte zur Importersetzung bei der Sukhoi Superjet geplant. Die hohen Leitzinsen der russischen Zentralbank verteuern jedoch Kredite erheblich und erschweren so dringend benötigte Investitionen in neue Technologien und industrielle Entwicklung. Experten prognostizieren für 2026 ein starkes Anziehen der Inflation, während das Jahr 2025 bereits von massiven wirtschaftlichen Verlusten geprägt sein wird.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen treffen, wie der Experte Maxim Blant betont, vor allem den zivilen Bereich der Wirtschaft. "Der Krieg trifft die zivilen Branchen am härtesten", stellt Blant fest.
"Der Krieg trifft die zivilen Branchen am härtesten", stellt der Experte Maxim Blant fest.
Die Kohlebranche befinde sich seiner Einschätzung nach aus mehreren Gründen in einer "tiefen Depression", unter anderem wegen mangelnder Nachfrage und fehlender Ressourcen. "Um die Kohleindustrie zu retten, hat man letztes Jahr den Eisenbahnern die Daumenschrauben angezogen", fügt er hinzu. Damit verdeutlicht er, dass die Situation so kritisch wurde, dass die Kohleunternehmen auf Kosten der Eisenbahngesellschaft gestützt werden mussten.
Der Konflikt wirkt sich zudem negativ auf die Einkommen der Bevölkerung aus. "Der Krieg schmälert die Einkommen nicht nur der Geringverdiener, sondern auch der Mittelschicht", so Blant. Diese Entwicklung führt zu verstärkten Diskussionen in Regierungskreisen und beim Russischen Industriellen- und Unternehmerverband über mögliche Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft.
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Sollte die russische Zentralbank politischem Druck nachgeben, drohen eine unkontrollierte Abwertung des Rubels und Hyperinflation. In dieser Situation aus Unsicherheit und Stagnation benötigt Russlands Wirtschaft dringend Lösungen, um die Lage zu stabilisieren und die zivilen Branchen wiederzubeleben.
Angesichts der Fortdauer des Konflikts und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sieht sich die russische Führung gezwungen, Ressourcen neu zu verteilen, um kritische Sektoren zu stützen. Dies könnte finanzielle Hilfen für Unternehmen sowie eine Neuausrichtung der Haushaltsprioritäten umfassen, um die sozioökonomischen Folgen für die Bevölkerung abzumildern. Der weitere Verlauf hängt von einer Vielzahl interner und externer Faktoren ab, darunter der Situation auf dem Arbeitsmarkt, sich wandelnden Exportbedingungen und dem anhaltenden Druck internationaler Sanktionen.
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