Zelenskyj in Litauen: Milliardenschwere Hilfe und EU-Beitrittspläne im Fokus.
Staatsbesuch in Vilnius
Nach Angaben von UATV: Am 25. Januar 2026 reiste der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyj nach Litauen, um die Zusammenarbeit mit den baltischen Staaten zu vertiefen. Im Zentrum der Gespräche standen militärische Unterstützung, Energiesicherheit und der EU-Beitrittsprozess der Ukraine. Der Besuch fiel symbolträchtig mit dem 163. Jahrestag des Januaraufstands von 1863-1864 zusammen, was die historische Dimension des Moments unterstrich. Dieser Aufstand gilt als wichtiger Bezugspunkt für den Freiheitswillen in der Region.
Litauen bekräftigte seine feste Unterstützung für die Ukraine und hat seine Militärhilfe mittlerweile auf über eine Milliarde Euro aufgestockt. Gemessen an der Wirtschaftsleistung war Litauen 2025 mit Hilfsleistungen in Höhe von 0,28 % seines Bruttoinlandsprodukts einer der größten Geber weltweit. Präsident Gitanas Nausėda betonte, dass Litauen zu den aktivsten Verbündeten der Ukraine gehöre und seine Zusagen sogar übererfüllt habe.
Schwerpunkte der bilateralen Gespräche
Zu den dringlichsten Themen gehörten:
- Die Stabilisierung des ukrainischen Energienetzes;
- Der Ausbau der ukrainischen Luftabwehr.
Zelenskyj verwies auf die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur und dankte Litauen für zugesagte Hilfen wie Generatoren für Städte und Gemeinden. Litauen bekundete zudem, den EU-Beitritt der Ukraine bis 2030 aktiv fördern zu wollen – ein Ziel, das Nausėda als strategisches Interesse seines Landes bezeichnete. Die EU-Perspektive ist ein zentraler Motivator für Reformen in der Ukraine.
Weiter erörterten die Staatschefs die militärische Kooperation, gemeinsame Rüstungsprojekte und eine Waffenexportplattform in Vilnius. Nausėda pochte auf den Ausbau europäischer Verteidigungsprogramme und einen unverminderten Sanktionsdruck auf Russland. Er wies auch auf die Bereitschaft Polens hin, einen von Litauen errichteten Truppenübungsplatz zu nutzen, was die Interoperabilität beider Armeen stärken und die Verteidigung des Suwalki-Korridors verbessern soll.
Der Besuch markiert einen wichtigen Schritt zur Festigung der ukrainisch-baltischen Partnerschaft angesichts der anhaltenden russischen Bedrohung. Litauen bleibt ein entschlossener Partner, der militärische und humanitäre Hilfe leistet und damit die regionale Geschlossenheit für Sicherheit und Stabilität in Europa unterstreicht. Die klare Unterstützung für den EU-Beitritt der Ukraine unterstreicht das langfristige Ziel einer vollständigen Integration in die europäische Gemeinschaft.
Lesen Sie auch
- Trump befürwortet direkte Gespräche zwischen Selenskyj und Putin: Hintergründe und Reaktionen
- Appell an Putin: Selenskyj bittet in offenem Brief um persönliches Treffen zur Beendigung des Krieges
- Tusk beschuldigt die Ukraine des UPА-Streits: Welche Entscheidung wird Selensky treffen?
- Treffen mit Selenskyj geplant: Frankreich, Großbritannien und Deutschland loten Friedenschancen mit Putin aus
- Sorge um Verteidigungsfähigkeit: Journalistin warnt vor geplanter Streichung von Mathe aus dem NMT
- Putins Ablehnung des Friedens: Selenskyj spricht von schwachem Signal und fordert mehr Druck

