Historischer Besuch: Athos-Mönche reisen erstmals zum Jubiläum des Kiewer Höhlenklosters an.
Delegation vom Heiligen Berg Athos
Nach Angaben von Espreso.tv: Im Jahr 2023 werden erstmals Mönche vom Heiligen Berg Athos zu den Feierlichkeiten des Jubiläums des Kiewer Höhlenklosters in die Ukraine kommen. Diese Reise gilt als bedeutendes Ereignis, doch die Vorbereitungen gestalten sich schwierig – unter anderem wegen unvollendeter Arbeiten und Spannungen zwischen verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften. Die ersten Festlichkeiten zum 975-jährigen Bestehen des Klosters sind für den 10. Juli geplant.
Im August 2023 bestätigte das Wirtschaftsgericht Kiew die rechtmäßige Kündigung des Vertrags, der der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) die Nutzung von staatlichem Eigentum des Kiewer Höhlenklosters erlaubt hatte. Dieses Urteil erschwerte die Vorbereitungen zusätzlich. Parallel dazu fand im Rahmen der Jubiläumsvorbereitungen eine dreitägige Aufräumaktion statt. Allerdings waren nicht alle Gemeinschaften bereit, gemeinsam zu arbeiten. Wie Archimandrit Makariy berichtete,
„ich habe die Brüder zur Aufräumaktion eingeladen, um gemeinsam das Gelände zu säubern. Aber mir wurde geantwortet, dass es dafür keinen Segen gibt“.
Herausforderungen bei der Vorbereitung der Feierlichkeiten
Ein weiteres Diskussionsthema war der Zugang zu den Räumlichkeiten des Klosters. Marina Koval merkte an, dass
„sie die Heizkörper abgeschnitten haben, hier begannen Rohre zu brechen, und außer ihnen hatte niemand Zugang zu den Räumen“. Diese Situation verdeutlicht die Spannungen zwischen den verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften, die die allgemeine Stimmung der Feierlichkeiten beeinflussen könnten.
Das Kiewer Höhlenkloster ist ein Teil der europäischen und weltweiten christlichen Tradition, wie Maksym Ostapenko betonte. Da bis zum tausendjährigen Bestehen des Klosters noch 25 Jahre verbleiben, wollen die Organisatoren alles Mögliche tun, um die Jubiläumsveranstaltungen erfolgreich durchzuführen. Allerdings könnten der Umfang der bereits geleisteten Arbeiten und die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Gemeinschaften dem im Wege stehen.
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Kiewer Höhlenklosters sind nicht nur für die Ukraine, sondern für die gesamte christliche Welt von Bedeutung – angesichts der historischen Rolle dieses Klosters. Die während der Vorbereitungen auftretenden Probleme weisen auf tiefe Meinungsverschiedenheiten zwischen den kirchlichen Gemeinschaften hin, die die Feierlichkeiten erheblich beeinträchtigen könnten. Angesichts der schwierigen Lage ist es für die Organisatoren wichtig, Wege zur Zusammenarbeit zu finden und eine würdige Feier zu gewährleisten, die der Bedeutung des Klosters im kulturellen und religiösen Leben der Ukraine gerecht wird.
Lesen Sie auch
- Aufruf der griechisch-katholischen Bischöfe Polens an die Ukrainer zum Gedenktag der Wolhynien-Tragödie
- 74 tote Delfine im Schwarzen Meer: Neue Zahlen alarmieren Umweltexperten
- Wie der Kreml mit Katyn und Wolhynien Politik macht: Polens Erinnerungskultur im Wandel
- Selenskyj stellt Rekord bei Ansprachen auf: Wehrpflicht und Demobilisierung spalten die Gesellschaft
- Über 150 Teilnehmer in Czernowitz: Wie der Krieg den gesellschaftlichen Zusammenhalt verändert – Ein Bericht des Aspen Institute
- In Kiew steht jetzt eine besondere Figurengruppe: Zwei der fünf Puppen tragen Prothesen

