Zelenskyj beziffert den blutigen Preis für jeden eroberten Kilometer.
Die Lage an der Front in der Ukraine
Nach Angaben von UATV: Bei der Münchner Sicherheitskonferenz am 14. Februar 2023 wies der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyj auf die prekäre Personallage der russischen Armee hin. Die enormen Verluste der russischen Truppen würden sich seiner Einschätzung nach auf die Entscheidungen von Russlands Präsident Wladimir Putin auswirken. Grund dafür sei der Rückgang russischer Sturmangriffe im Januar.
„Wir sprechen hier vor allem von den Truppen an der Frontlinie“, so Zelenskyj.
Die blutige Bilanz des russischen Vormarschs
Die ukrainischen Streitkräfte hatten bis Dezember 2022 bereits 35.000 russische Invasoren getötet. Allein im Januar 2023 beliefen sich die russischen Verluste auf etwa 30.000 Tote und Schwerverwundete. Besonders eindrücklich ist die von Zelenskyj genannte Zahl: Für jeden einzigen Kilometer eroberten ukrainischen Bodens im Donbass zahlt Russland einen Preis von 156 Soldaten. Diese Verluste versucht der Kreml durch eine monatliche Mobilisierung von rund 40.000 Personen an die Front auszugleichen. Das Ziel der ukrainischen Armee ist es hingegen, mindestens 50.000 russische Besatzer pro Monat zu vernichten.
Die Intensität der Kämpfe bleibt unvermindert hoch. So meldeten ukrainische Stellen für die letzten 24 Stunden die Tötung von 1.070 russischen Angreifern. Diese Zahlen unterstreichen den anhaltend hohen Blutzoll, den die russische Offensive fordert.
Zelenskyjs Auftritt in München rückte die entscheidende Rolle der menschlichen Ressourcen in diesem Krieg in den Fokus. Die enormen Verluste und die Mobilisierungsanstrengungen beider Seiten halten die Lage an der Front extrem angespannt. Diese Faktoren werden die weitere Dynamik des Konflikts und die strategischen Entscheidungen in Moskau und Kiew maßgeblich beeinflussen.
Lesen Sie auch
- Neue Sanktionen: Kiew geht gegen Telekommunikationsanbieter in besetzten Gebieten vor
- Ukrainische Angriffe legen russischen Flugverkehr lahm: Tankstopps für Flugzeuge eingeschränkt
- Führungsstil bleibt gleich: Rybatschuk über möglichen Wechsel von Jermak zu Budanow
- Gemeinsame Drohnenproduktion: Ukraine und Lettland schmieden neue Allianz
- Neue Reichweite: Kiews Waffen treffen Ziele bis zu 2000 Kilometer tief in Russland
- Was Putin von Selenskyj erfahren wollte: Ribatschuk über Abramowitschs Rolle bei den Gesprächen

