Schulische Betrügereien: Studien zeigen, dass KI deren Umfang nicht vergrößert hat.

Schulische Betrügereien: Studien zeigen, dass KI deren Umfang nicht vergrößert hat
Schulische Betrügereien: Studien zeigen, dass KI deren Umfang nicht vergrößert hat

Veränderungen im Lernen: Betrug und künstliche Intelligenz

Nach Angaben von Vox: Wenn man die Nachrichten liest, hat man den Eindruck, dass alle Studenten künstliche Intelligenz zum Betrügen im Studium nutzen. In den Schlagzeilen von Zeitungen wie Wall Street Journal oder New York Times wird oft von "Betrug" und "KI" gesprochen. Viele Geschichten, ähnlich wie der Beitrag in New York Magazine, beschreiben Studenten, die offen von der Nutzung generativer KI zur Erledigung von Aufgaben berichten.

Mit dem Anstieg solcher Schlagzeilen entsteht der Eindruck, dass die Bildung bedroht ist: Traditionelle Prüfungen, das Lesen und Essays sind mit Betrug durch KI gefüllt. Im schlimmsten Fall nutzen Studenten Werkzeuge wie ChatGPT, um vollständige Arbeiten zu schreiben.

Das wirkt frustrierend, aber dieser Gedanke ist nur ein Teil der Geschichte.

Betrug gab es schon immer. Als Bildungsforscher, der Betrug mit KI untersucht, kann ich behaupten, dass die Rohdaten darauf hindeuten, dass KI die Methoden des Betrugs verändert hat, aber nicht dessen Umfang.

Unsere frühen Daten zeigen, dass KI die Methode verändert hat, aber nicht unbedingt das Ausmaß des Betrugs, das bereits stattfand.

Das bedeutet nicht, dass Betrug unter Verwendung von KI kein ernstes Problem darstellt. Wichtige Fragen sind aufgeworfen worden: Wird der Betrug in Zukunft durch KI zunehmen? Ist die Nutzung von KI im Lernen Betrug? Wie sollten Eltern und Schulen reagieren, um Kinder auf ein Leben vorzubereiten, das erheblich anders ist als unsere Erfahrungen?

Allgegenwärtigkeit des Betrugs

Betrug gibt es schon sehr lange – wahrscheinlich seit der Gründung von Bildungseinrichtungen. In den 1990er und 2000er Jahren dokumentierte Don McCabe, Professor an der Business School der Rutgers University, hohe Betrugsraten unter Studenten. Eine seiner Studien ergab, dass bis zu 96 % der Studenten in betriebswirtschaftlichen Studiengängen zugaben, dass sie zu "betrügerischen Handlungen" gegriffen hatten.

McCabe verwendete anonyme Umfragen, bei denen die Studenten angeben mussten, wie oft sie betrogen haben. Das führte zu hohen Betrugsraten, die vor der Pandemie zwischen 61,3 % und 82,7 % schwankten.

Betrug im KI-Zeitalter

Hat der Betrug durch die Verwendung von KI zugenommen? Eine Analyse von Daten über mehr als 1900 Studenten aus drei Schulen vor und nach der Einführung von ChatGPT ergab keine signifikanten Veränderungen im Verhalten der Betrüger. Insbesondere 11 % der Studenten verwendeten KI, um ihre Arbeiten zu schreiben.

Unsere gründliche Untersuchung zeigte, dass KI ein beliebtes Instrument für Betrug wird, aber noch viele Fragen ungelöst bleiben. Zum Beispiel haben wir 2024 und 2025 das Verhalten von weiteren 28000-39000 Studenten untersucht, von denen 15 % zugaben, KI zur Erstellung ihrer Arbeiten verwendet zu haben.

Schwierigkeiten der Nutzung von KI

Studenten sind daran gewöhnt, KI zu nutzen, verstehen aber, dass es Grenzen zwischen akzeptabler und unakzeptabler Anwendung gibt. Berichten zufolge verwenden viele Studenten KI, um keine Hausaufgaben zu machen oder um Ideen für kreative Arbeiten zu erhalten.

Studenten haben das Gefühl, dass ihre Lehrer KI nutzen, und viele empfinden es als ungerecht, wenn sie für die Nutzung von KI im Lernen bestraft werden.

Was bedeutet die Nutzung von KI für Schulen?

Das moderne Bildungssystem wurde nicht mit Blick auf generative KI entworfen. Traditionell werden Lernaufgaben als Ergebnis harter Arbeit angesehen, doch diese Arbeit verschwimmt zunehmend.

Es ist wichtig zu verstehen, was die Hauptursachen für Betrug sind, inwieweit dies mit Stress, Zeitmanagement und Lehrplänen zusammenhängt. Den Schülern vor Betrug zu schützen ist wichtig, aber es sollte auch überdacht werden, wie das Lernen gestaltet und KI in den Klassen eingesetzt wird.

Vier Fragen für die Zukunft

KI ist nicht die Ursache für Betrug in Bildungseinrichtungen, sondern eröffnet lediglich neue Möglichkeiten. Hier sind Fragen, die wichtig sind zu erörtern:

  • Warum greifen Studenten zum Betrug? Der Stress des Lernens könnte sie dazu treiben, einfachere Lösungen zu suchen.
  • Halte die Lehrer ihre eigenen Regeln ein? Heuchelei in den Anforderungen an die Studenten kann falsche Vorstellungen über die Nutzung von KI im Lernen hervorrufen.
  • Sind die Regeln bezüglich KI klar formuliert? Die Akzeptanz der Nutzung von KI im Lernen kann unklar definiert sein.
  • Was sollten Studenten in einer Zukunft mit KI wissen? Die Bildungsansätze müssen rechtzeitig an die neue Realität angepasst werden.

Die Zukunft der Bildung im Zeitalter der KI erfordert einen offenen Dialog zwischen Lehrern und Schülern. Dies wird es ermöglichen, neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu entwickeln, die für ein erfolgreiches Lernen erforderlich sind.


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