TikTok-Kritik an den neuen Songs von Taylor Swift: Was stimmt nicht mit der Analyse der Generation Z.
Nach Angaben von Vox: Nach der Veröffentlichung des Albums von Taylor Swift The Life of a Showgirl überrannten die Nutzer auf TikTok unterschiedliche Meinungen.
Einer der beliebten Posts behauptet, dass Swifts Album eine "Untersuchung des moralischen Verfalls" sei, gefüllt mit Texten, die "pathologische emotionale Investition" und "Mangel an Selbstidentität" zeigen. Obwohl der Ton des Autors selbstbewusst ist, basiert ihre Analyse im Wesentlichen auf Annahmen. Ein weiterer Post beleuchtet, wie die Gesellschaft Swift aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit wahrgenommen hat. Auch dieses Argument lässt sich schwer als fundiert bezeichnen, doch das Video erhielt über 7 Millionen Aufrufe und Tausende von unterstützenden Kommentaren.
Die kritische Analyse auf TikTok ist zur Gewohnheit geworden: Nutzer diskutieren über neue Popstars, Reality-Shows, Skandale und Modetrends. Manchmal analysieren sie das Objekt selbst, und manchmal verknüpfen sie es mit der Stimmung in der Gesellschaft. Viele nutzen die Green-Screen-Funktion, um Bilder und Texte über ihren Köpfen zu zeigen, um ihre Meinungen zu untermauern.
@sotfogsotfogTaylor Swift mit dem neuen Album The Life of Showgirl hat nach meinem Empfinden viel über ihre innere Welt offenbart. Bitte sagt, dass das nicht nur mir offensichtlich ist #taylorswift #thelifeofashowgirl #arianagrande #mileycyrus
♬ Originalton – sotfogsotfog
Kulturelle Kommentare auf TikTok sind nicht neu und können nicht immer als negativ bezeichnet werden. Zahlreiche Kritiker, Wissenschaftler und Experten sind auf dieser Plattform recht populär geworden. Doch besorgniserregend ist, dass echte Analysen von Nutzern mit selbstbewusstem Ton verdrängt werden, die akademische Lexik verwenden, was zur Verbreitung von Fehlinformationen beitragen könnte. Währenddessen verlieren professionelle Kritiker aufgrund des geschaffenen Angstklimas ihre Jobs in traditionellen Medien.
Moderne Kommentare durch die Linse von TikTok
Es ist bekannt, dass das Genre des kulturellen Kommentars auf TikTok eine vereinfachte Version von Video-Essays von YouTube ist. Wie Terry Nguyen anmerkte, begannen diese langen Videos seit 2012 an Popularität zu gewinnen. Beliebte Konten wie ContraPoints, Mina Le und andere erhalten jährlich Millionen von Aufrufen für ihre tiefgehenden Forschungen zu kulturellen Phänomenen. Doch unter den qualitativ hochwertigeren Analysen gibt es viele Fehlinformationen und unbegründete Tratsch.
Laut Jamie Cohen, Professor für Medienforschung, haben die Nutzer die Einstellung "Ich bin hier, um zu lernen" auf TikTok übernommen, da die Plattform während der Pandemie an Popularität gewann. Dennoch fördert das Format von TikTok nicht immer eine tiefe Analyse oder Forschung.
Der Wissensdurst der Generation Z
Der Wunsch der Generation Z, Wissen über TikTok zu erhalten, ist nicht außergewöhnlich. Soziale Netzwerke werden traditionell als ergänzende Informationsquellen betrachtet. Doch viele junge Menschen haben das Gefühl, in die Falle von Bildschirmen geraten zu sein. Viele von ihnen bemerken, dass TikTok eine Reihe von Funktionen bietet, die vom Lesen ablenken.
So ist TikTok für viele zur Hauptquelle für Nachrichten geworden. Statistiken zeigen, dass 52% der TikTok-Nutzer angeben, regelmäßig Nachrichten von der Plattform zu erhalten. Doch die Abonnements für Journalisten bleiben niedrig: nur 0,4% von bekannten Konten.
Es ist einfach, die Generation Z für ihre Unregelmäßigkeit zu kritisieren, doch viele von ihnen können sich nicht von den "Meinungsführern" ablenken, die ihren Zeitstrahl füllen. Wie Jamie Cohen anmerkt, suchen Studenten nach Informationen, die nicht beleuchtet werden, aber für sie interessant sind.
Die Situation rund um die kulturelle Analyse in sozialen Medien spiegelt einen Wandel in den Ansätzen zum Konsum von Informationen wider. Nutzer wenden sich zunehmend informellen Quellen zu und streben danach, frische Perspektiven zu bekannten Themen zu finden. Dies unterstreicht die Bedeutung von kritischem Denken und Vorsicht bei der Interpretation jener Ideen, die in der modernen Medienlandschaft verbreitet werden.
Lesen Sie auch
- Nachprüfung in Mathe beim NMT möglich – Abschaffung aber vom Tisch: Stellungnahmen von Lisovyi und Budnyk
- Schärfere Regeln für E-Scooter in der Ukraine: Bußgelder kommen erst im Herbst
- 200.000 Ukrainer in russischer Gefangenschaft: Wie der Staat den Gefangenen hilft
- Jeder fünfte Verdächtige ist minderjährig: Wie Russland Jugendliche in Europa rekrutiert – und warum die Ukraine Alarm schlägt
- Angehörige von Kriegsgefangenen protestieren in Lwiw: 'Schweigen tötet – bringt sie nach Hause'
- Höhere Zuschüsse für Zahnbehandlungen: Was Veteranen und Kriegsteilnehmer in der Ukraine jetzt erhalten

