Geisterbahnhöfe von Kiew: Die U-Bahn-Stationen, die nie in Betrieb gingen.
Unvollendete Bauprojekte unter der Stadt
Nach Angaben von Novyny.live: Im Netz der Kiewer Metro existieren mehrere Stationen, die nie für Fahrgäste geöffnet wurden. Zu diesen Bauruinen zählen 'Lwiwska Brama', 'Telytschka' und 'Herzen'. Die Bauarbeiten mussten aufgrund wirtschaftlicher Engpässe und der Auswirkungen des Krieges eingestellt werden, was die Entwicklung der städtischen Infrastruktur nachhaltig beeinträchtigte.
Mit dem Bau der Station 'Lwiwska Brama' wurde 1991 begonnen, doch bereits 1997 kam es zum Baustopp. Ein 2018 vorgelegtes Projekt zur Fertigstellung wurde 2022 erneut auf Eis gelegt. Dies zeigt die anhaltenden Herausforderungen, mit denen der Ausbau des Kiewer Verkehrsnetzes zu kämpfen hat. Solche Projekte sind oft langwieriger und komplexer als ursprünglich geplant.
Die Station 'Telytschka' entstand zwischen 1980 und 1992, erreichte aber niemals die Betriebsreife. Sie steht exemplarisch für die langjährigen Probleme im U-Bahn-Bau der Hauptstadt. Auch die geplante Station 'Herzen', die zusammen mit 'Dorohoschytschi' hätte eröffnet werden sollen, wurde in den 1990er Jahren gestoppt. Die Frage nach der Fertigstellung dieser Stationen bleibt ein drängendes Thema für die Stadtentwicklung.
Neue Namen für eine neue Zeit
Parallel zu den ungelösten Bauprojekten hat die Stadtverwaltung im Mai 2023 drei bestehende Stationen umbenannt. Aus 'Druschby Narodiw' wurde 'Swirynezka', und der 'Ploschtscha Lewa Tolstoho' trägt nun den Namen 'Ploschtscha Ukrajinskych Herojiw'. Die im Bau befindliche Projektstation 'Prospekt Prawdy' wird zudem unter dem neuen Namen 'Warschawska' fertiggestellt. Diese Namensänderungen sind Teil der Bemühungen, das städtische Umfeld den gegenwärtigen Realitäten anzupassen und historische Bezüge zu aktualisieren.
Ob und wann die unvollendeten Stationen jemals ihren Betrieb aufnehmen, ist derzeit ungewiss. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Die Geisterbahnhöfe veranschaulichen die langfristigen Schwierigkeiten beim Infrastrukturausbau in Kiew, die sich durch wirtschaftliche Krisen und Krieg noch verschärft haben. Gleichzeitig spiegeln die Umbenennungen den Versuch wider, das U-Bahn-Netz an moderne Identitätsdiskurse anzubinden. Beide Prozesse werden die zukünftigen Entscheidungen zur Metro und die öffentliche Meinung über Verkehrsinvestitionen maßgeblich beeinflussen.
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