Leben in der UdSSR: Was ein sowjetischer Durchschnittslohn in der Ukraine wirklich wert war.
Gehälter im Vergleich: Die Ukraine in der Sowjetunion
Nach Angaben von Novyny.live: Im Jahr 1970 lag das durchschnittliche Monatsgehalt in der gesamten UdSSR bei 122 Rubel. In der Ukrainischen SSR fiel es mit 115,2 Rubel etwas niedriger aus. Über die Jahre stiegen die Einkünfte stetig an: 1975 waren es bereits 145,8 Rubel und 1980 erreichte der Durchschnittslohn 168,9 Rubel. Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen den Republiken. Während in Estland 1970 im Schnitt 135 Rubel gezahlt wurden, waren es in Belarus 106,4 Rubel und in Moldawien 102,8 Rubel. Die Russische SFSR lag mit 126,1 Rubeln über dem Unionsdurchschnitt.
Die Berufswahl entschied maßgeblich über die Höhe des Einkommens. Während Mitglieder des Politbüros und Minister zwischen 200 und 1200 Rubel verdienen konnten, mussten sich Lehrer mit 60 bis 70 Rubel begnügen. Facharbeiter wie Schlosser, Dreher oder Elektriker kamen auf etwa 250 Rubel. Bergleute und Metallurgen gehörten mit 500 bis 1000 Rubel monatlich zur Spitzengruppe der Lohnempfänger.
Was konnte man sich für sein Geld leisten?
Die reale Kaufkraft des Rubels zeigt sich an den damaligen Warenpreisen. Für den Durchschnittslohn ließen sich beispielsweise folgende Güter des täglichen Bedarfs erwerben:
- 10 Eier kosteten 1,1 bis 1,3 Rubel;
- ein Liter Milch war für 22 bis 24 Kopeken zu haben;
- ein Kilogramm Rindfleisch schlug mit 1,8 bis 2 Rubeln zu Buche.
Ganz anders sah es bei langlebigen Konsumgütern aus. Eine Hose war für 30 Rubel zu haben, ein Paar Schuhe kostete 45 Rubel. Für einen Anzug oder einen Wintermantel musste man hingegen schon das Eineinhalbfache eines Monatslohns hinblättern. Die Anschaffung eines Sofas oder eines Kleiderschranks erforderte sogar zwei komplette Durchschnittsgehälter.
Das stetige Lohnwachstum in der Sowjetunion wurde somit von den hohen Preisen für viele Gebrauchsgüter aufgefressen, was den Lebensstandard erheblich beeinträchtigte. Die wirtschaftliche Planung priorisierte oft die Schwerindustrie über die Versorgung der Bevölkerung. Die niedrigeren Löhne in der Ukraine im Vergleich zu anderen Republiken wie Estland oder Russland offenbarten zudem die regionalen Ungleichgewichte innerhalb des sowjetischen Wirtschaftsraums. Selbst bei steigenden Nominaleinkommen blieb die reale Kaufkraft für viele Haushalte begrenzt.
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