Abschied von Patriarch Filaret: Selenskyj und seine Frau würdigen den Wegbereiter der unabhängigen ukrainischen Kirche.
Letzte Ehre für den Kirchenführer
Nach Angaben von UATV: Am 21. März 2023 versammelten sich in Kiew hochrangige Staatsspitzen und zahlreiche Bürger, um von Patriarch Filaret Abschied zu nehmen. Der geistliche Würdenträger war zwei Tage zuvor, am 20. März 2023, im Alter von 97 Jahren verstorben. Die Trauerfeier fand im goldgekrönten St.-Michaels-Kloster statt – jenem Ort, der eng mit seiner Lebensgeschichte verbunden ist.
Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine Frau Olena Selenska erwiesen dem Verstorbenen die letzte Reverenz. Das Staatsoberhaupt und die First Lady würdigten Filarets jahrzehntelanges Wirken mit folgenden Worten:
„Er hat unermüdlich dafür gekämpft, dass die Ukraine ihre eigene Ortskirche erhält. Ohne seine Beharrlichkeit und seinen Mut wären die Geschichte unserer Eigenstaatlichkeit, unsere geistliche Unabhängigkeit und der Aufbau eines wirklich starken Staates undenkbar. Wir erinnern uns. Wir zollen Respekt. Wir werden dankbar sein.“ Wolodymyr und Olena Selenskyj
Diese Aussage unterstreicht, welch zentrale Rolle der Patriarch bei der Herausbildung einer eigenständigen ukrainischen Kirchenstruktur spielte. Ohne seinen Einsatz wäre der Schritt zur Loslösung von der russisch-orthodoxen Kirche kaum denkbar gewesen.
Ein Leben für Glauben und nationale Identität
Die Trauerfeier zog eine immense Menschenmenge an – ein Zeichen dafür, wie tief Filaret in der Bevölkerung verwurzelt war. Viele Ukrainer sehen in ihm nicht nur einen Geistlichen, sondern eine Symbolfigur des nationalen Erwachens und der geistlichen Souveränität.
Sein Tod markiert eine Zäsur: Filaret galt als Verkörperung des Ringens um eine von Moskau unabhängige Kirche. Sein Vermächtnis prägt die ukrainische Gesellschaft bis heute. Die Anteilnahme von Regierungsvertretern und einfachen Bürgern gleichermaßen belegt, wie stark seine Botschaft der Eigenständigkeit nachwirkt.
Dieses Ereignis könnte die weitere Entwicklung der ukrainischen Kirchenlandschaft nachhaltig beeinflussen. Der Abschied von Patriarch Filaret ist mehr als ein persönlicher Verlust – er ist ein Moment der Besinnung auf die Werte von Freiheit und Selbstbestimmung, für die er zeitlebens eintrat.
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