Ukraine öffnet Geheimdienstarchive: Selenskyj kündigt umfassende Transparenz zu Wolhynien an.
Strategietreffen zur Polen-Politik: Selenskyj legt Fahrplan für Versöhnung vor
Nach Angaben von Espreso.tv: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine hochrangige Besprechung zur künftigen Ausrichtung der ukrainischen Polen-Politik einberufen. Im Mittelpunkt stand die Vertiefung der bilateralen Beziehungen, die zuletzt durch eine Resolution des polnischen Sejm vom 17. Juli belastet wurden. Darin wird das Massaker von Wolhynien als „Völkermord“ eingestuft – ein historisch hochsensibles Thema, das den Dialog zwischen Kiew und Warschau prägt.
'Ich habe eine Sitzung zu unserer Politik gegenüber Polen einberufen. Die Prioritäten sind klar: In ganz Europa braucht es nachbarschaftliche, gleichberechtigte und für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt beruhen.' Wolodymyr Selenskyj
Als zentralen Schritt versprach Selenskyj die vollständige Öffnung aller Archive des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) und des Auslandsgeheimdienstes, die die tragischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Wolhynien betreffen. Damit will die Ukraine ein klares Zeichen der Aufarbeitung setzen. Zu den konkreten Maßnahmen zählen:
- Eine deutliche Ausweitung der Genehmigungen für Such- und Exhumierungsarbeiten auf dem Gebiet der Ukraine.
'Drittens: Es wird Entscheidungen geben, um eine erheblich größere Anzahl von Genehmigungen für Such- und Exhumierungsarbeiten zu erteilen. Gemeinsam mit der polnischen Seite müssen wir die Kapazitäten für solche Arbeiten erhöhen.' Wolodymyr Selenskyj
Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau des gesellschaftlichen Dialogs zwischen beiden Ländern. Dies unterstreicht Kiews Willen, trotz der jüngsten Spannungen eine konstruktive Partnerschaft mit dem Nachbarn aufzubauen. Die Besprechung fand vor dem Hintergrund der verschärften Beziehungen nach der Sejm-Resolution statt.
Die geplante Offenlegung der Geheimdienstakten und die gemeinsamen Suchaktionen gelten als potenzielle Meilensteine auf dem Weg zur Aussöhnung. Sie zeigen, dass die Ukraine bereit ist, historische Konflikte offen anzugehen, um die Partnerschaft mit Polen in Zeiten gemeinsamer Herausforderungen zu stärken. Der Fokus auf den zwischengesellschaftlichen Austausch soll helfen, alte Gräben zu überwinden und neues Vertrauen zu schaffen.
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