Putin und Lukaschenko am Rande des Valdai-Forums: Zieht Moskau Minsk in den Krieg?.

Putin und Lukaschenko am Rande des Valdai-Forums: Zieht Moskau Minsk in den Krieg?
Putin und Lukaschenko am Rande des Valdai-Forums: Zieht Moskau Minsk in den Krieg?

Gipfeltreffen der russischen und belarussischen Führung

Nach Angaben von Espreso.tv: Am 15. Mai 2023 kamen die Präsidenten Russlands und Belarus, Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko, beim Valdai-Forum zusammen. Im Zentrum der Gespräche stand die bilaterale Zusammenarbeit sowie die aktuelle weltpolitische Lage. Interessanterweise äußerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj noch am selben Tag seine Besorgnis, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen.

Aus Sicht Kiews unterstützt Minsk die russischen Kriegsanstrengungen aktiv: Es stellt Truppenübungsplätze für die Ausbildung russischer Soldaten bereit, führt gemeinsame Manöver durch und versorgt verwundete Besatzer medizinisch. Zudem entsteht in der Region Gomel eine umfangreiche militärische Infrastruktur, was die enge militärische Kooperation zwischen beiden Ländern unterstreicht. Diese Entwicklungen nähren die Befürchtung, dass Belarus zunehmend in den Konflikt verwickelt wird.

Zunehmende Spannungen zwischen den Nachbarn

Bemerkenswert ist, dass Lukaschenko am 15. Juni 2023 bei Selenskyj für seine scharfen Äußerungen um Entschuldigung bat, die zuvor Spannungen verursacht hatten. Nur wenige Tage später, am 19. Juni, stellte Selenskyj jedoch ein Ultimatum und forderte den Abbau von vier Sendemasten – ein deutliches Zeichen für die wachsende Anspannung. Der ukrainische Präsident kündigte zudem an, über die Geheimdienste nichtöffentliche Schritte eingeleitet zu haben.

Bereits am 22. Juni registrierten ukrainische Grenzschützer eine nachlassende Angriffsintensität aus Richtung Belarus, was auf eine veränderte militärische Aktivität hindeuten könnte. Vor diesem Hintergrund versicherte Lukaschenko:

„Belarus plant nicht, in den Krieg einzutreten“
– Alexander Lukaschenko. Auch der belarussische Verteidigungsminister untermauerte diese Haltung mit den Worten:
„Eine Kriegsbeteiligung ergibt militärisch keinerlei Sinn“
– Verteidigungsminister von Belarus.

Die Lage um die belarussisch-russischen Beziehungen bleibt also angespannt, vor dem Hintergrund der aktiven Kampfhandlungen in der Ukraine und der potenziellen Verwicklung von Belarus in den Konflikt.

Das Treffen zwischen Putin und Lukaschenko unterstreicht, wie wichtig das belarussische Territorium für russische Militäroperationen ist – was in der Ukraine und der internationalen Gemeinschaft Besorgnis auslöst. Die Zusammenarbeit beider Länder könnte den weiteren Verlauf des Krieges beeinflussen, insbesondere hinsichtlich der Aktivität belarussischer Truppen in der Region. Lukaschenkos Beteuerungen, nicht in den Krieg ziehen zu wollen, deuten jedoch auf den Versuch Minsks hin, Neutralität zu wahren, um eine Eskalation mit der Ukraine und dem Westen zu vermeiden.


Lesen Sie auch

Werbung