Mehrheit der Ukrainer für Frieden mit Gebietsabtretungen – Umfrage des KIIS zeigt neue Stimmungslage.
Wie viele Ukrainer einem Frieden mit territorialen Zugeständnissen zustimmen
Nach Angaben von Novyny.live: Eine Erhebung des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) kommt zu dem Ergebnis, dass 61 Prozent der ukrainischen Bevölkerung bereit wären, einen Frieden zu akzeptieren, der territoriale Kompromisse einschließt. Parallel dazu sprachen sich 50 Prozent der Befragten für die Abhaltung eines Referendums über einen solchen Friedensschluss aus. Allerdings ist die Zustimmung zu einem Volksentscheid seit Januar 2026 von 55 auf 50 Prozent gesunken, was auf eine Verschiebung der öffentlichen Meinung hindeutet. Interessant ist dabei, dass der Anteil der Gegner eines Referendums im gleichen Zeitraum von 32 auf 40 Prozent gestiegen ist.
Gleichzeitig lehnen 57 Prozent der Ukrainer ein Szenario mit territorialen Zugeständnissen kategorisch ab. Nur 36 Prozent der Befragten könnten einem Kompromiss zustimmen – wenn auch ohne große Begeisterung. Unter denjenigen, die zu Zugeständnissen bereit wären, befürworten 71 Prozent die Durchführung eines Referendums. Was die Wahlbeteiligung betrifft, so gaben 64 Prozent der Teilnehmer an, an einer solchen Abstimmung teilnehmen zu wollen: 31 Prozent würden definitiv wählen gehen, 33 Prozent eher schon, während 30 Prozent angaben, eher oder definitiv nicht abstimmen zu wollen. Diese Zahlen zeichnen ein komplexes und ambivalentes Bild der gesellschaftlichen Haltung zu Frieden und Gebietsverlusten.
Friedensabkommen für die Ukraine: Was bisher bekannt ist
Die Umfrage belegt, dass die Frage eines Friedens in der Ukraine weiterhin hochaktuell ist und sehr unterschiedliche Meinungen hervorruft. Einerseits ist ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung zu Kompromissen bereit, um den Konflikt zu beenden. Andererseits wächst der Widerstand gegen ein Referendum und gegen territoriale Zugeständnisse, was zeigt, dass die Lage angespannt bleibt und weiterer Diskussionen bedarf. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines offenen Dialogs über die Zukunft der Ukraine und mögliche Wege zum Frieden. Die Regierung und andere Akteure sollten diese Stimmungsverschiebungen bei der Gestaltung ihrer Friedenspolitik berücksichtigen, da sie die künftige Stabilität des Landes beeinflussen könnten.
Die wechselnden Einstellungen zu territorialen Kompromissen und einem Referendum in der Ukraine verdeutlichen, wie stark die öffentliche Meinung von politischen und sozialen Faktoren abhängt. Ob die ukrainische Gesellschaft einen gemeinsamen Nenner für einen Friedensschluss finden kann, bleibt eine offene Frage, die sorgfältige Analyse und einen breiten Dialog erfordert. Die aktuellen Daten vom Februar 2025 liefern dafür eine wichtige Grundlage.
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