Sechs Jahre Haft bestätigt: Berufungsgericht kippt Nasirows Einspruch nicht – Schaden von zwei Milliarden Griwna.
Der Fall Nasirow
Nach Angaben von TSN.ua: Die Berufungskammer des Obersten Antikorruptionsgerichts der Ukraine hat das Urteil gegen Roman Nasirow, den ehemaligen Chef des Staatlichen Fiskaldienstes, bestätigt. Ihm wurde Amtsmissbrauch vorgeworfen, durch den dem Staat ein Schaden von über zwei Milliarden Griwna entstanden sein soll. Die Entscheidung fiel nach fast neun Jahren Verfahrensdauer – ein deutliches Zeichen für die Länge des juristischen Weges.
Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von sechs Jahren, wobei 368 Tage Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet wurden. Nasirow war bereits 2017 unter Korruptionsverdacht festgenommen worden, was den Beginn eines langwierigen Rechtsstreits markierte. Der Oberste Antikorruptionsgerichtshof begann mit der Hauptverhandlung im November 2019. Im Oktober 2022 teilte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) ihm mit, dass er zusätzlich verdächtigt werde, Bestechungsgelder in Höhe von 722 Millionen Griwna angenommen zu haben.
Bedeutung des Urteils
Dieser Fall galt als wichtiger Test für das Antikorruptionsgericht: Es ging nicht nur um die Bestrafung eines hochrangigen Korruptionsverdächtigen, sondern auch um die Frage, ob das Gericht überhaupt in der Lage ist, Verfahren gegen derart einflussreiche Personen zu führen. Das Antikorruptionszentrum kommentierte:
„Letztlich ging es bei diesem Urteil nicht nur darum, einen Top-Korruptionsverdächtigen hinter Gitter zu bringen, sondern auch um einen Test für die Leistungsfähigkeit des Gerichts, Verfahren gegen solche Personen überhaupt zu verhandeln – und diesen Test hat das Gericht bestanden.“ – Antikorruptionszentrum
Im Jahr 2025 sorgte Nasirow zudem für Aufsehen, als er versuchte, sich den ukrainischen Streitkräften anzuschließen. Der Fall Nasirow, einer der prominentesten in der ukrainischen Korruptionsbekämpfung, bleibt ein gesellschaftlich viel diskutiertes Thema, das immer wieder die Effektivität der Antikorruptionsinstitutionen in Frage stellt.
Das Urteil gegen Roman Nasirow gilt als Meilenstein im Kampf gegen Korruption in der Ukraine. Es zeigt, dass die Antikorruptionsbehörden in der Lage sind, selbst komplexe Verfahren zu einem Abschluss zu bringen. Dies könnte das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Rechtssystem stärken und weitere Maßnahmen gegen Korruption fördern. Gleichzeitig verdeutlicht die lange Verfahrensdauer bestehende strukturelle Probleme, die gelöst werden müssen, um zukünftig mehr Effizienz zu erreichen.
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