Archäologen stoßen auf Massengrab aus dem 9. Jahrhundert mit Spuren einer Schädeloperation.
Ein Massengrab aus der Zeit Karls des Großen
Nach Angaben von TSN.ua: Bei Ausgrabungen im Landschaftspark von Wandlbury nahe Cambridge stießen Archäologen auf eine ungewöhnliche Bestattungsstätte aus dem 9. Jahrhundert. In dem etwa vier Meter langen Grab fanden sich die Überreste von zehn Personen. Besonders auffällig ist das Skelett eines außergewöhnlich großen, etwa 1,95 Meter messenden jungen Mannes zwischen 17 und 24 Jahren. Eine Radiokarbondatierung ordnet die Funde in die Zeit zwischen 772 und 891 nach Christus ein – eine Epoche tiefgreifender politischer und kultureller Umwälzungen in Europa.
Hinweis auf eine riskante Schädeloperation
Neben vier vollständigen Skeletten wurden auch isolierte Schädel geborgen. Einer dieser männlichen Schädel weist ein verblüffendes Detail auf: ein sauber geschnittenes, ovales Loch mit einem Durchmesser von drei Zentimetern. Experten deuten dies als Hinweis auf eine Trepanation, einen chirurgischen Eingriff am Schädel, der vermutlich aus medizinischen Gründen vorgenommen wurde.
Geplante DNA-Analysen und chemische Untersuchungen der Knochen sollen nun Aufschluss über Herkunft, Lebensweise und Gesundheitszustand der Bestatteten geben. Die Funde versprechen wertvolle Einblicke in die medizinischen Praktiken und sozialen Bräuche jener fernen Zeit.
Dieser Fund ist ein bedeutender Mosaikstein für die Erforschung der mittelalterlichen Geschichte der Region, insbesondere der Heilkunde und sozialen Gepflogenheiten der damaligen Bevölkerung.
Die weiteren Untersuchungen könnten zeigen, wie im frühen Mittelalter mit Krankheiten und Verletzungen umgegangen wurde und welche Vorstellungen von Leben und Tod herrschten. Entdeckungen wie diese bilden die Grundlage für ein tieferes Verständnis des kulturellen Gefüges dieser Ära.
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