Tschechische Partei fordert Aberkennung von Selenskyjs Orden – Auslöser ist ein Dekret zur UPA-Einheit.
Vorstoß der tschechischen SPD-Partei
Nach Angaben von Espreso.tv: In Tschechien sorgt ein Vorhaben der Partei SPD für Aufsehen: Sie verlangt, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Löwen wieder zu entziehen. Hintergrund ist ein Erlass Selenskyjs, mit dem er einer Spezialeinheit einen Ehrentitel verlieh – eine Entscheidung, die auf geteilte Reaktionen stieß.
Selenskyj war im Oktober 2022 mit dem Orden des Weißen Löwen ausgezeichnet worden, und zwar für seinen Mut und seine Führungsstärke während der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Am 26. Mai 2023 jedoch unterzeichnete er ein Dekret, das einer Einheit den Ehrennamen „nach den Helden der UPA“ zusprach. Dieser Schritt gab vermutlich den Anstoß für das Vorgehen der tschechischen SPD.
Am 19. Juni 2023 erklärte der SPD-Abgeordnete Wolodymyr Nawrozkij, Selenskyj den Orden abzuerkennen – was in den Medien breit diskutiert wurde. Einen Tag später, am 20. Juni, teilte Selenskyj mit, er habe die Auszeichnung zurückgeschickt. Im Zuge dieser Ereignisse erreichte Nawrozkijs Vertrauenswert laut Umfragen am 26. Juni 2023 einen historischen Höchststand von 54,8 Prozent.
Politische Reaktionen
Der bekannte Politiker Vojtěch Šeliga stellte klar:
„Die Verfassung und das Gesetz geben dem Präsidenten nicht die Befugnis, staatliche Auszeichnungen aus politischen Gründen zu entziehen.“
Wolodymyr Selenskyj hingegen äußerte die Ansicht:
„Ich sehe in Nawrozkijs Handeln ausschließlich ein Wahlmotiv.“
Dieser Vorgang verdeutlicht die Spannungen zwischen der ukrainischen Politik und tschechischen politischen Kräften. Zugleich wirft er Fragen zu den Mechanismen der Verleihung und des Entzugs staatlicher Orden im Zusammenhang mit politischen Entscheidungen auf.
Die Debatte um die mögliche Aberkennung von Wolodymyr Selenskyjs Orden des Weißen Löwen zeigt, wie komplex die Beziehungen zwischen der Ukraine und Tschechien sind – insbesondere mit Blick auf historische Erinnerung und politische Symbole. Die öffentliche Reaktion auf das Vorgehen der tschechischen Partei macht deutlich, dass Fragen nationaler Identität und politischer Beschlüsse die politische Landschaft erheblich prägen können. Darüber hinaus eröffnet der Fall eine grundsätzliche Diskussion darüber, welche Rolle staatliche Auszeichnungen in den internationalen Beziehungen spielen und welchen politischen Einfluss sie entfalten.
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