15 Jahre Haft für Ex-Abgeordneten: 567.000 Dollar aus Moskau für Sabotage gegen die Ukraine.
Urteil gegen Andrij Derkatsch
Nach Angaben von Espreso.tv: Ein ukrainisches Gericht hat den ehemaligen Volksabgeordneten Andrij Derkatsch wegen Hochverrats zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Zusätzlich wurde ihm für drei Jahre die Übernahme öffentlicher Ämter untersagt. Der Schuldspruch erging, weil Derkatsch im Jahr 2020 insgesamt 567.000 US-Dollar von einem russischen Geheimdienst erhalten hatte. Mit diesem Geld sollte er gezielt destabilisierende Aktionen gegen die Ukraine finanzieren. Das Urteil wird nach 30 Tagen rechtskräftig, sofern keine Berufung eingelegt wird.
Die Hauptverhandlung und die abschließenden Plädoyers in dem Verfahren fanden zwischen dem 9. und 23. Juni statt. Die Ermittlungen ergaben, dass Derkatsch die Zahlungen zu einem Zeitpunkt kassierte, als er bereits unter US-Sanktionen stand – die USA hatten ihn zuvor als „russischen Agenten“ eingestuft. Bereits im Januar 2023 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Politiker die ukrainische Staatsbürgerschaft entzogen, offiziell wegen seiner nachgewiesenen Verbindungen nach Russland. Derkatsch selbst hält sich mittlerweile in Russland auf und unterstützt dort offen das Regime von Wladimir Putin.
Politische Karriere im Exil
Nach seiner Flucht aus der Ukraine setzte Derkatsch seine politische Laufbahn in Russland fort. Im September 2024 wurde er zum Senator im Föderationsrat der Russischen Föderation ernannt. Nur wenige Monate später, im Dezember desselben Jahres, verlieh ihm der Kreml den Titel „Held Russlands“. Diese Entwicklung zeigt, dass Derkatsch seine Aktivitäten nun vollständig in den Dienst der russischen Interessen stellt – ungeachtet der strafrechtlichen Konsequenzen, die ihm in seiner Heimat drohen.
Das Urteil gegen Andrij Derkatsch unterstreicht die Schwere der Vorwürfe, die gegen Personen erhoben werden, die mit ausländischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten und damit die nationale Sicherheit der Ukraine gefährden.
Die Tatsache, dass Derkatsch in Russland weiterhin politische Ämter bekleidet, verdeutlicht, wie solche Akteure zunehmend Einfluss auf der internationalen Bühne gewinnen – selbst wenn sie in ihrem Herkunftsland rechtskräftig verurteilt wurden. Dieser Fall könnte als abschreckendes Signal für andere Politiker wirken, die mit feindlichen Staaten kooperieren. Zugleich dürfte er die ukrainischen Behörden in ihrem Kurs bestärken, entschlossener gegen innere Staatsfeinde und Bedrohungen der nationalen Sicherheit vorzugehen.
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