Ökonom Sergej Alexaschenko sagt Russland eine neue Stagnation voraus: In zehn Jahren droht ein Zustand wie in der Sowjetunion.
Herausforderungen für die russische Wirtschaft
Nach Angaben von UATV: Der russische Ökonom Sergej Alexaschenko, einst stellvertretender Vorsitzender der russischen Zentralbank, sieht schwere Zeiten auf die Wirtschaft seines Landes zukommen. Seiner Einschätzung nach droht eine wirtschaftliche Stagnation. Alexaschenko, der seit 2013 in den USA lebt und die russischen Militäraktionen in der Ukraine offen kritisiert, nennt vor allem drei große Hemmnisse: die demografische Entwicklung, finanzielle Engpässe und technologische Rückstände. Diese Faktoren behindern das Wirtschaftswachstum erheblich.
Geboren 1959 in der Region Moskau, studierte Alexaschenko an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Lomonossow-Universität. Ab Mitte der 1990er Jahre war er Erster Stellvertretender Vorsitzender der russischen Zentralbank. Die russischen Behörden setzten ihn 2018 auf die Fahndungsliste; im Sommer 2023 stufte ihn das russische Justizministerium als „ausländischen Agenten“ ein.
Prognosen des Wirtschaftswissenschaftlers
In seinen Vorhersagen zeichnet Alexaschenko ein düsteres Bild: In etwa einem Jahrzehnt werde Russland in eine Lage geraten, die stark an die Sowjetunion der 1980er Jahre erinnere. Er erklärte wörtlich:
„Wir glauben, dass Russland in zehn Jahren eine Situation erwartet, die der Sowjetunion der 1980er Jahre am ähnlichsten ist.“ – Sergej Alexaschenko
Mit Blick auf die wirtschaftlichen Perspektiven betonte der Ökonom, dass „die Geldmenge, über die das Finanzministerium verfügen kann, äußerst gering sein wird und nicht als Auslöser für die Entwicklung der russischen Wirtschaft dienen kann“. Zudem sagte er für das Jahr 2025 ein großes Haushaltsdefizit voraus, das die Lage weiter verschlechtern werde.
In einem Interview beim Fernsehsender FREEДOM in der Sendung „Menschen guten Willens“ äußerte Alexaschenko seine Hoffnungen für die Zukunft:
„Ich verstehe, dass auch ich möchte, dass Putin verliert, auch ich möchte, dass die Ukraine siegt, ich möchte nicht, dass das Putin-Regime überlebt.“ – Sergej Alexaschenko
Der Experte hob zudem die wesentlichen Wachstumsgrenzen der russischen Wirtschaft hervor. Dazu zählte er:
- Demografie
- Geldmittel
- Technologie
Die Lage der russischen Wirtschaft bleibt also angespannt, und die Prognosen zu ihrer Entwicklung geben Anlass zur Sorge. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Russland konfrontiert ist, könnten schwerwiegende Folgen haben – sowohl für das Land selbst als auch für seine Nachbarn.
Die Aussagen von Sergej Alexaschenko spiegeln eine tiefe Besorgnis über die Zukunft der russischen Wirtschaft vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Veränderungen wider. Seine Vorhersagen, die auf eine mögliche Wiederholung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus Sowjetzeiten hindeuten, unterstreichen die Dringlichkeit tiefgreifender Reformen. Angesichts globaler Herausforderungen und der gegen Russland verhängten Sanktionen könnten diese Faktoren die wirtschaftliche Stabilität nicht nur Russlands, sondern der gesamten Region nachhaltig beeinflussen.
Lesen Sie auch
- Gehälter im Mai: Ukrainischer Premier Schmyhal verdient knapp 129.000 Griwna
- Polen plant Anhebung des Mindestlohns für 2027: Diese Beträge sind im Gespräch
- Wegen Inflation: Russlands Zentralbank kann Leitzins nicht senken – Behörde geht gegen Wirtschaftsexperten vor
- Odessa plant großes Abwasserprojekt – illegale Einleitungen erzwingen Handeln
- Tankstellenpreise in Charkiw bleiben am 7. Juni stabil – das kostet Benzin, Diesel und Gas
- Euro-Tausch im Juni: Für Ukrainer bietet sich jetzt ein günstiges Zeitfenster

