Indien als Treibstofflieferant: Russland kämpft mit Dieselknappheit.

Indien als Treibstofflieferant: Russland kämpft mit Dieselknappheit
Indien als Treibstofflieferant: Russland kämpft mit Dieselknappheit

Engpässe bei Diesel in Russland

Nach Angaben von Espreso.tv: In Russland herrscht ein Mangel an Dieselkraftstoff, der die Regierung dazu zwingt, auf Importe aus dem Ausland zurückzugreifen. Im Jahr 2023 lag der heimische Dieselverbrauch bei 52,2 Millionen Tonnen, von denen 35,7 Millionen Tonnen exportiert wurden. Ein Rückgang der inländischen Produktion um fast 40 Prozent – verursacht durch Angriffe auf die Öl-Infrastruktur – gilt als Hauptgrund für die Versorgungslücke. Betroffen sind vor allem Landwirte in den südlichen Regionen, die unter der schlechten Verfügbarkeit von Diesel leiden.

Die monatliche Versorgungslücke bei Mineralölprodukten wird auf 400.000 bis 600.000 Tonnen geschätzt. Der Mangel zeichnet sich seit Ende Mai 2023 ab, und bis Ende Juni stiegen die Dieselpreise im Vergleich zum Vorjahr um 18,1 Prozent. Im Südlichen Föderationskreis erreichte der Durchschnittspreis für Diesel 110 Rubel pro Liter. Zum Vergleich: In vielen anderen Regionen lag der Preis zuvor niedriger, was die regionale Ungleichheit verdeutlicht.

Importstrategie der Regierung

Als Reaktion darauf plant die russische Regierung, Treibstoff aus Indien zu importieren. Am 1. Juli 2023 begannen die Seelieferungen von Benzin aus Indien, wobei bereits mindestens 60.000 Tonnen auf den Weg gebracht wurden. Bereits am 17. Juni 2023 hatte Russland angekündigt, auf dem Seeweg Benzin aus asiatischen Ländern zu beziehen – ein Zeichen für die Dringlichkeit der Maßnahmen zur Deckung des Inlandsbedarfs.

Die Dieselknappheit könnte erhebliche Folgen für die Landwirtschaft und die gesamte russische Wirtschaft haben. Der Import aus Indien und anderen Staaten ist ein Versuch der Regierung, die Krise abzumildern, doch die langfristigen Auswirkungen auf den Mineralölmarkt bleiben ungewiss. Angesichts globaler energiepolitischer Veränderungen und wirtschaftlicher Sanktionen werden die Versorgungslage und die Preisentwicklung bei Kraftstoffen weiterhin genau beobachtet werden.


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