Schlag gegen Russlands Schattenflotte: Schwarzes Meer-Ölexport droht der Kollaps.
Wie die Angriffe auf russische Tanker den Ölhandel lahmlegen könnten
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Militärexperte Mychajlo Hontschar analysiert die jüngsten Treffer gegen russische Tanker im Schwarzen Meer. Diese könnten den Export von Rohöl aus Russland massiv stören und sogar zu einem systemischen Zusammenbruch der Förder- und Transportketten führen. Am 17. Juli trafen ukrainische Verteidigungskräfte insgesamt 12 Schiffe der russischen Schattenflotte, die für den Öltransport genutzt werden. Besonders im Fokus standen große Tanker, die eine zentrale Rolle beim Verschiffen des russischen Öls spielen.
Laut Hontschar drohen nun ernste Engpässe bei der Öllagerung in Russland. Er weist darauf hin, dass einige Förderquellen in Westsibirien bereits stillgelegt werden müssen, weil das Öl nicht mehr zwischengelagert werden kann. Die Tankkapazitäten des staatlichen Monopolisten 'Transneft' sind für das aktuelle Fördervolumen völlig unzureichend, was die Lage zusätzlich verschärft. Hinzu kommt, dass die zerstörten Tanker nicht einfach ersetzt werden können.
'Die Lagertanks der russischen Öltransport-Monopolistin 'Transneft' und die der einzelnen Ölfirmen sind in Wirklichkeit viel zu klein für die heutigen Fördermengen.' Mychajlo Hontschar
Warum das Schwarze Meer strategisch so wichtig ist
Hontschar betont, dass die ukrainischen Angriffe gewissermaßen die Lücken schließen, die die EU-Sanktionen bislang offen ließen. 'Die ukrainischen Streitkräfte leisten jene Sanktionsarbeit, die eigentlich die Europäische Union übernehmen müsste', so der Experte. Damit wird das Schwarze Meer zum entscheidenden Hebel, um die russische Ölindustrie vor völlig neue Probleme zu stellen.
Die Ereignisse unterstreichen die strategische Bedeutung des Schwarzen Meeres für die globalen Energieflüsse. Treffer auf russische Tanker könnten die weltweiten Ölmärkte durcheinanderbringen, denn weniger russisches Öl auf dem Markt wirkt sich nicht nur auf die russische Wirtschaft aus, sondern auch auf die internationalen Preise. Gleichzeitig zeigen die Angriffe, wie sehr sich die ukrainischen Streitkräfte weiterentwickelt haben – ein Faktor, der die künftige Militärstrategie beider Seiten beeinflussen dürfte. Je schärfer die Sanktionen gegen Russland werden, desto wichtiger könnten solche Aktionen als Teil der internationalen Bemühungen sein, Russlands wirtschaftliche Spielräume einzuengen.
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