Früherer WTO-Chef zu Russland-Sanktionen: „Die Wirtschaft wird geschwächt – und das ist erst der Anfang“.
Wie Sanktionen die russische Wirtschaft treffen
Nach Angaben von Espreso.tv: Pascal Lamy, ehemaliger Generaldirektor der Welthandelsorganisation, äußerte sich in einem Interview zu den wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen gegen Russland. Seit dem Jahr 2022 habe der Westen den Druck auf das Land kontinuierlich erhöht. Laut Lamy zeigen diese Maßnahmen bereits deutliche Wirkung und belasten die russische Wirtschaft spürbar.
Bis Anfang 2026 habe Russland durch Angriffe auf seine Ölraffinerie-Infrastruktur mindestens sieben Milliarden US-Dollar verloren. Zwischen Januar und April 2026 stieg das Haushaltsdefizit des Landes auf 5,9 Billionen Rubel. Die finanziellen Kennzahlen des Staates haben sich dadurch massiv verschlechtert.
Wirtschaftliche Not und steigende Militärausgaben
Am 18. Juni 2026 sah sich Russland gezwungen, seine Kriegsausgaben um 40 Prozent über den ursprünglichen Plan zu erhöhen. Dies zeigt, dass der wirtschaftliche Druck das Land dazu zwingt, finanzielle Mittel verstärkt in militärische Operationen umzuleiten. Dennoch steigerte Russland am 23. Juni 2026 den Export von Pipeline-Öl innerhalb eines Monats um 22 Prozent – ein Zeichen für die Anpassung an die neuen Gegebenheiten.
„Sie schwächen die Wirtschaft, und meiner Meinung nach werden sie sie in Zukunft noch weiter schwächen“, – Pascal Lamy
Lamy betont, dass die Sanktionen die russische Wirtschaft erheblich schwächen. Zugleich hob der Experte die Bemühungen des Westens hervor, die militärische Aggression Russlands einzudämmen. „Von Anfang an, als die Russische Föderation in das Hoheitsgebiet der Ukraine einmarschierte, war es unser Ziel, die militärische Russische Föderation einzudämmen. Und soweit ich das beurteilen kann, wird dies derzeit von den Streitkräften der Ukraine recht wirksam umgesetzt – mit Hilfe der Europäischen Union und in gewissem Maße auch mit Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika“, so Lamy abschließend.
Die Sanktionen gegen Russland zeigen also weiterhin gravierende wirtschaftliche Auswirkungen, die in Zukunft noch weitere Probleme nach sich ziehen könnten. Die finanziellen Schwierigkeiten zwingen Russland dazu, seine Prioritäten zu verschieben und mehr Ressourcen in militärische Vorhaben zu stecken – was langfristig die innere Stabilität des Landes gefährden könnte. Gleichzeitig versucht die russische Führung, sich durch Maßnahmen wie die Steigerung der Ölexporte an die neuen Bedingungen anzupassen, um die wirtschaftliche Aktivität trotz des Sanktionsdrucks aufrechtzuerhalten.
Lesen Sie auch
- Hrywnja im Juli: Neue Prognosen nach starken Schwankungen von Dollar und Euro
- Nur drei Prozent der Ernte eingebracht: Russland kämpft 2026 mit massiven Verzögerungen
- Bis zu 60 % Rabatt bei ATB und Silpo: Diese Lebensmittel lohnen sich am 3. Juli
- Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien lösen Brennstoffkrise aus: Ressourcenknappheit in Russland verschärft sich
- Bis zu 735.000 Griwna Bußgeld: Was 2026 bei der Lagerung von Treibstoff in der Ukraine zu beachten ist
- Diese Automarke ist am teuersten zu reparieren: Analyse von 900.000 Unfällen

