Keine Steuererhöhung gefordert: Warum Brüssel auf Ukrainas Schattenwirtschaft blickt.
Wie die Ukraine beim Steuersystem abschneidet – und was Europa wirklich stört
Nach Angaben von Espreso.tv: Steuerexpertin Viktorija Lobun hat klargestellt, dass die EU derzeit keine höheren Steuern von der Ukraine verlangt. Stattdessen sorgen sich die europäischen Partner vor allem um zwei Dinge: die große Schattenwirtschaft und die ungerechte Verteilung der Steuerlast. Das sagte Lobun in einem aktuellen Statement.
Was die EU wirklich beunruhigt
Laut der Expertin liegt das Hauptproblem für die EU darin, dass ehrliche Unternehmen genauso belastet werden wie Steuervermeider. Dieses Ungleichgewicht sei das eigentliche Ärgernis, nicht die Steuerhöhe an sich.
„Was sie wirklich beunruhigt, ist die ungleiche Verteilung der Steuerlast zwischen redlichen Firmen und jenen, die sich vor der Zahlung drücken“, so Lobun wörtlich.
Sie betonte zudem, wie wichtig es sei, dass alle geltenden Steuern auch tatsächlich vollständig gezahlt werden. Die Regeln müssten für jeden gleich gelten. Nur so könne die Steuerpolitik für Unternehmen berechenbar werden – ein entscheidender Faktor für Investitionen.
Zum Hintergrund: Am 15. Juni haben alle EU-Staaten offiziell grünes Licht gegeben, um mit der Ukraine und Moldau das erste Verhandlungskapitel für den EU-Beitritt zu eröffnen. Das zeigt, wie ernst es der Ukraine mit der Annäherung an europäische Standards ist – auch bei der Steuerpolitik.
Die Aussagen von Viktorija Lobun machen deutlich, vor welchen echten Herausforderungen die Ukraine steht. Die Bekämpfung der Schattenwirtschaft und eine fairere Steuerlast sind nicht nur für die EU wichtig, sondern auch für ein besseres Investitionsklima und den Schutz ehrlicher Unternehmen. Gelingt das, wäre das ein großer Schritt auf dem Weg nach Europa.
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