Europa startet eigene Raketenproduktion: Warum die USA die Verbündeten nicht allein versorgen können.
Munitionsproduktion in Europa
Nach Angaben von TSN.ua: Europa kann sich nicht länger ausschließlich auf amerikanische Munitionslieferungen verlassen. EU-Kommissar für Verteidigung, Andrius Kubilius, fordert angesichts des Raketenmangels den Aufbau einer eigenen Produktion. Die globale Lage zeigt einen kritischen Mangel an Munition zur Deckung der Verteidigungsbedürfnisse, insbesondere vor dem Hintergrund einer weltweit hohen Nachfrage.
Allein im Nahen Osten wurden in den letzten drei Tagen etwa 800 amerikanische Raketen verschossen – mehr, als die ukrainischen Streitkräfte im gesamten letzten Winter in vier Monaten verbrauchten. Gleichzeitig feuerte Russland etwa 2000 Raketen auf die Ukraine ab, davon 900 ballistische. Für den Schutz im Winter benötigt die Ukraine daher rund 700 Abfangraketen für die Patriot-Systeme (PAC-3). Die Firma Lockheed Martin konnte jedoch im gesamten Jahr 2025 nur 600 dieser Einheiten produzieren.
Finanzielle Instrumente für die Verteidigung
Vor diesem Hintergrund sucht Brüssel nach Lösungen durch neue Finanzinstrumente. Mit einem Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine und einem Verteidigungsdarlehensprogramm über 150 Milliarden Euro wollen die europäischen Länder ihre Verteidigungsfähigkeit sichern. Andrius Kubilius betonte:
„Die Amerikaner werden nicht in der Lage sein, gleichzeitig genügend dieser Raketen für die Länder am Persischen Golf, ihre eigene Armee und die Ukraine bereitzustellen.“Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit des europäischen Verteidigungskomplexes zu entwickeln.
Władysław Kosiniak-Kamysz stellte fest:
„Die Unabhängigkeit der europäischen Rüstungsindustrie ist heute eine Überlebensfrage.“Angesichts der steigenden Nachfrage nach Raketensystemen und der begrenzten Liefermöglichkeiten aus den USA müssen die europäischen Länder ihre eigenen Produktionskapazitäten aktivieren. Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass allein für die Abwehr von Angriffen im Nahen Osten innerhalb von 72 Stunden über 800 amerikanische Raketen verbraucht wurden – was den dringenden Bedarf an eigenen Munitionsvorräten weiter unterstreicht.
Der Mangel an Patriot-Raketen bei gleichzeitig global hoher Nachfrage ist für die europäischen Länder zu einer kritischen Frage geworden. Europas Plan B besteht darin, eine effektive Verteidigungsinfrastruktur zu schaffen, die den Bedarf der Region in einer instabilen internationalen Lage decken kann.
Die Munitionsknappheit in Europa macht ein strategisches Umdenken in der Verteidigungspolitik der Region erforderlich. Im Kontext zunehmender militärischer Spannungen müssen die europäischen Länder offenbar ihre Produktionsmöglichkeiten anpassen, um ein angemessenes Maß an Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Zusammenarbeit innerhalb der EU und die Beziehungen zu den USA haben, da Europa bestrebt ist, seine Abhängigkeit von amerikanischen Lieferungen zu verringern. Der beobachtete Anstieg der Investitionen in die eigene Produktion könnte zu einem Schlüsselfaktor für die Sicherheit auf dem Kontinent werden.
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