Sechs Kriegslektionen für Europa: Ein Ex-Geheimdienstgeneral fordert ein Umdenken.
Was Europa aus dem Ukraine-Krieg lernen muss
Nach Angaben von Novyny.live: Der ehemalige stellvertretende Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Generalmajor Illja Pawlenko, hat sechs zentrale Erkenntnisse aus dem Krieg in der Ukraine formuliert, die für die Sicherheit Europas entscheidend sind. Er betont die Notwendigkeit einer ständigen Anpassung der Sicherheitsarchitektur und warnt vor starren Verteidigungsmodellen.
Die wichtigsten Lehren für den Kontinent
Pawlenko hebt hervor, dass ein einmal entwickeltes Verteidigungskonzept nicht ausreicht. Stattdessen sei ein dynamischer Kreislauf aus Datenerfassung, Analyse, Entscheidung, Handlung und Überprüfung erforderlich.
„Es ist unmöglich, einmal ein ‚richtiges‘ Verteidigungsmodell zu schaffen und es für ausreichend zu halten“, so der Generalmajor.
- Der zweite Punkt betrifft die permanente Anpassungsfähigkeit im Krieg. Schnelle Innovation und der direkte Einsatz im Gefecht seien für eine wirksame Verteidigung unverzichtbar.
- Die dritte Lektion bezieht sich auf die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und der Informationsräume, um Aggressionen standzuhalten.
- Als vierten Punkt nennt Pawlenko die Ukraine als Quelle sicherheitspolitischer Expertise, die in eine gemeinsame europäische Sicherheitsstruktur einfließen sollte.
Der General betont:
„Ja, Europa braucht ein neues Arsenal. Aber dieses Arsenal besteht nicht nur aus Waffen. Es umfasst Aufklärung, Technologien, Industrie, Resilienz, politischen Willen, die Arbeit mit Gesellschaften außerhalb Europas und die Fähigkeit, gemeinsam zu handeln.“Die Ukraine sei bereits Teil dieses Arsenals. Die entscheidende Frage sei, wie schnell europäische Länder diese Erfahrungen in ein Sicherheitssystem umwandeln können, das Aggression nicht nur abwehrt, sondern ihr zuvorkommt.
Die sechste Lehre zielt auf eine aktive Abschreckung Russlands ab, um die Stabilität in der Region zu sichern. Vor dem Hintergrund, dass die USA ihren militärischen Fußabdruck in Europa beschleunigt verkleinern wollen, müssen sich die europäischen Staaten auf neue Sicherheitsrealitäten einstellen.
Pawlenkos Analysen unterstreichen, wie wichtig es für Europa ist, seine Sicherheitsstrategien zu überdenken. Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg könnten der Schlüssel sein, um die Verteidigungsfähigkeit des Kontinents zu stärken und auf künftige Bedrohungen besser vorbereitet zu sein.
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