Ukrainischer Generalstaatsanwalt Kravchenko zu Verwandten in Russland: 'Ich hafte nicht für meine Familie'.
Kravchenko zu familiären Verbindungen und seinen Stellvertretern
Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko hat sich zu Berichten über seine Familie und seine Stellvertreter geäußert. Dabei ging es unter anderem um die Annahme der russischen Staatsbürgerschaft durch seinen Vater sowie Geschäftsaktivitäten von Stellvertretern in der sogenannten 'LNR'. Kravchenko betonte, dass er nicht für die Handlungen seiner Verwandten verantwortlich sei.
Den vorliegenden Informationen zufolge hat der Vater von Ruslan Kravchenko im Jahr 2023 die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation erhalten. Er habe regelmäßig die Gebiete Woronesch und Rostow besucht und sei dabei über das Gebiet der sogenannten 'LNR' eingereist. Das letzte Gespräch zwischen Ruslan Kravchenko und seinem Vater fand im Jahr 2022 statt. Die Eltern Kravchenkos hatten sich bereits 2020 scheiden lassen.
Der Generalstaatsanwalt wies zudem darauf hin, dass die ukrainische Gesellschaft in Kriegszeiten besonders sensibel auf jegliche Verbindungen zum Aggressorstaat Russland reagiere.
„Ich verstehe, dass die Gesellschaft im Krieg besonders sensibel auf jegliche Verbindungen zum Aggressorstaat reagiert“, erklärte er.Kravchenko stellte außerdem klar:
„Die Ukraine erkennt Dokumente, die von der Besatzungsmacht aufgezwungen wurden, nicht an.“
Die Position der stellvertretenden Generalstaatsanwälte
Unter Kravchenkos Stellvertretern befinden sich:
- Marija Wdowytschenko, erste Stellvertreterin des Generalstaatsanwalts. Sie gab an, dass ihr Bruder Oleksandr Lewandowskyj in Russland lebt.
- Maksym Krym, ein weiterer Stellvertreter. Er teilte mit, seine Ehefrau sei auf der Krim geboren und habe diese im Jahr 2015 verlassen.
- Wiktor Lohatschow, ebenfalls Stellvertreter. Seine Familie stamme aus Luhansk und habe nach Beginn der Aggression im Jahr 2014 etwa 90 Prozent ihres Vermögens verloren.
Abschließend unterstrich Ruslan Kravchenko, dass Wdowytschenko, Krym und Lohatschow über gültige Sicherheitsüberprüfungen für Staatsgeheimnisse verfügten und daher weiterhin ihren Dienst versehen könnten. „Weder als Sohn noch als Generalstaatsanwalt hafte ich für die Handlungen meiner Verwandten“, fasste Kravchenko zusammen.
Die Stellungnahme von Ruslan Kravchenko zeigt den Versuch, eine klare Trennung zwischen seinem amtlichen Handeln und den privaten Aktivitäten seiner Familie zu ziehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Besorgnis über Kontakte nach Russland. In der aktuellen Kriegssituation, in der Themen wie Verrat und Kollaboration hochsensibel sind, sind solche Erklärungen von großer Bedeutung für das öffentliche Vertrauen in staatliche Institutionen. Die Situation verdeutlicht die komplexe Gratwanderung zwischen persönlicher und beruflicher Identität in Konfliktsituationen, wo jeder familiäre Kontakt unter besonderer Beobachtung stehen kann.
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