1500 Euro extra für Rentner? Hetmanzew räumt im Interview mit dem Mobilmachungsskandal um Petrow auf.
Krieg, Kasse und soziale Gerechtigkeit: Hetmanzew im Gespräch
Nach Angaben von Novyny.live: Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Werchowna Rada, Danylo Hetmanzew, hat in einem Interview Klartext zu mehreren heißen Eisen gesprochen. Dabei ging es unter anderem um den Eklat um die Einberufung des Politstrategen Wolodymyr Petrow. Hetmanzew betonte die schädliche Wirkung von Ungerechtigkeit auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rechtsgleichheit.
„Ungerechtigkeit untergräbt die Einheit des Landes und das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz“, so der Abgeordnete. Er prangerte zudem das Problem der sogenannten VIP-Wehrdienstverweigerer an und forderte ein entschlosseneres Vorgehen dagegen.
Ein weiterer Kritikpunkt war die nachlassende Leistungsfähigkeit des Parlaments. Hetmanzew ging auch auf die rechtlichen Hürden bei der Mobilmachung von Eltern behinderter Kinder ein – ein Thema, das viele Familien betrifft und für erhebliche Rechtsunsicherheit sorgt. Ungeklärt sei zudem die finanzielle Unterstützung für Familien mit behinderten Kindern sowie die Sicherstellung gleicher Chancen für Kinder, die vor dem Krieg fliehen mussten.
Finanzspritze für Senioren und drückende Haushaltssorgen
Der Finanzpolitiker kündigte eine einmalige Zuzahlung von 1500 Griwna für Rentner und Sozialhilfeempfänger an. Gleichzeitig stellte er klar:
„Es gibt keine objektiven wirtschaftlichen Gründe für einen Anstieg der Treibstoffpreise“– Danylo Hetmanzew. Er wies auf die angespannte Lage bei der Haushaltsaufstellung und die grassierende Schattenwirtschaft hin, die dringend bekämpft werden müsse. Vor dem Hintergrund der EU-Integration diskutierte Hetmanzew auch die Arbeitsweise des Parlaments unter Kriegsbedingungen – ein Faktor, der für die Zukunft des Landes von zentraler Bedeutung ist.
Hetmanzews Aussagen zeichnen ein Bild eines Landes im Ausnahmezustand, in dem Krieg und wirtschaftliche Not den Alltag bestimmen. Die Themen Wehrgerechtigkeit, soziale Absicherung und die Unterstützung der Schwächsten stehen dabei im Mittelpunkt, besonders vor dem Hintergrund steigender Preise und knapper Kassen. Eine Reform des Finanzsystems und der Kampf gegen Steuerhinterziehung könnten der Schlüssel sein, um Stabilität und Vertrauen in die staatlichen Institutionen zurückzugewinnen.
Lesen Sie auch
- US-Skepsis gegenüber Chinas Friedensplan: Ist eine Waffenruhe realistisch?
- Erfolg für ukrainischen Ombudsmann: Russland stimmt Rückkehr von Gefangenen zu – erste 186 in Freiheit
- Erster Meilenstein auf dem Weg nach Brüssel: Was hinter dem EU-Beitritts-Cluster „Grundlagen“ steckt
- Kreml-Chef reagiert auf Selenskyjs Brief: Bedingungen für ein Treffen und Kriegsziele genannt
- Slowakei gibt grünes Licht für EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine
- Georgiens Ex-Präsidentin wirft Regierung pro-russischen Kurs im Ukraine-Konflikt vor

