Gaspreise in Europa explodieren um 52 Prozent nach Drohnenangriffen auf Katar.
Katar ruft Höhere Gewalt aus
Nach Angaben von TSN.ua: Nach Drohnenangriffen aus dem Iran auf zwei Produktionsanlagen im Industriezentrum Ras Laffan und in Mesaieed hat der katarische Staatskonzern QatarEnergy für seine Flüssigerdgas-Produktion (LNG) Höhere Gewalt erklärt. Die Anlagen wurden vorübergehend stillgelegt. Experten schätzen, dass die Wiederaufnahme der vollen Produktion mindestens einen Monat dauern wird. Von der Unterbrechung sind auch Nebenprodukte wie Harnstoff, Polymere, Methanol und Aluminium betroffen. Allein für die Wiederinbetriebnahme der Gaskernanlagen werden etwa zwei Wochen veranschlagt.
Europas Märkte reagieren mit Panikkäufen
Die Nachricht löste an den europäischen Handelsplätzen einen dramatischen Preissprung aus. Die Gaspreise legten um 52 Prozent zu – der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022, wie The National News berichtet. Die angespannte Lage wird durch die Unterbrechung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zusätzlich verschärft. Auch in Asien reagierten die Märkte: Die Spotpreise für LNG stiegen dort auf 25 US-Dollar pro Million British Thermal Units (MMBtu).
Die Auswirkungen sind bereits in Indien spürbar. Das Unternehmen Petronet LNG hat für seine inländischen Partner Höhere Gewalt erklärt. In der Folge müssen die Gaslieferungen an indische Industriebetriebe um 10 bis 40 Prozent gekürzt werden. Für Indien ist die Lage besonders kritisch, da das Land 40 Prozent seiner LNG-Importe aus Katar bezieht. Die Abhängigkeit von diesem einen Lieferanten macht die indische Wirtschaft nun verwundbar.
Der Vorfall zeigt, wie fragil die globalen Energieversorgungsketten sind. Geopolitische Spannungen und militärische Konflikte können sich innerhalb kürzester Zeit massiv auf Preise und Verfügbarkeit auswirken. Katar zählt zu den weltweit größten Exporteuren von Flüssigerdgas. Ein längerer Produktionsausfall könnte daher zu weiteren erheblichen Preisschwankungen auf den internationalen Märkten führen. Während Indien bereits erste Versorgungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten befürchten muss, bleibt die weitere Entwicklung der Situation abzuwarten. Die langfristigen Folgen für den Weltenergiemarkt sind noch nicht absehbar.
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