Korruptionsskandal in Kiew: Tierärzte erpressten Bestechungsgelder für Haustier-Papiere.
Systematische Abzocke bei der Ausreise von Haustieren aufgedeckt
Nach Angaben von TSN.ua: In Kiew ist ein korruptes System in staatlichen Veterinäreinrichtungen auseinandergebrochen. Beamte sollen von Bürgern Bestechungsgelder für die Ausstellung von Dokumenten verlangt haben, die für die Ausreise von Haustieren ins Ausland nötig sind. Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko nannte Details zu dem Fall, in den mindestens sieben staatliche Tierkliniken und ein Labor verwickelt sein sollen. Solche Praktiken untergraben das Vertrauen in Behörden in einer Zeit, in der viele ukrainische Familien mit ihren Tieren ins Ausland reisen müssen.
Den Ermittlungen zufolge wurden die Bearbeitungszeiten für die Papiere absichtlich in die Länge gezogen, um die Tierbesitzer unter Druck zu setzen. Anschließend bot man ihnen eine "beschleunigte" Abwicklung gegen eine Zahlung von 7.000 bis 12.000 Hrywnja an. Der offizielle Preis für den legalen Vorgang liegt dagegen bei maximal 2.100 Hrywnja. Teil des Schemas waren auch mutwillige Verzögerungen beim Chippen der Tiere, bei der Durchführung von Impfungen sowie bei der Bearbeitung von Blutuntersuchungen im Labor.
Milliardensummen bei Durchsuchungen sichergestellt
Im Zuge von 26 Durchsuchungen in Veterinäreinrichtungen der Hauptstadt beschlagnahmten die Behörden über zwei Millionen Hrywnja in bar, 230.000 US-Dollar, 60.000 Euro und 93.000 russische Rubel. Die Leiter zweier Kliniken wurden vorläufig festgenommen. In einem weiteren, damit verbundenen Ermittlungsstrang wurden zudem Budgetschäden in Höhe von fast 1,4 Millionen Hrywnja für die Stadt Kiew aufgedeckt, die durch überteuerte Einkäufe von Pollern entstanden sind. Der Skandal hat in der Öffentlichkeit Empörung ausgelöst.
Die Aufdeckung dieses korrupten Systems in staatlichen Tierkliniken ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Korruption in der Ukraine, insbesondere im Hinblick auf die Wiederherstellung des Bürgervertrauens in staatliche Institutionen.
Die rechtswidrigen Handlungen der Verantwortlichen fügten nicht nur dem Staatshaushalt finanziellen Schaden zu, sondern gefährdeten auch die Gesundheit der Tiere. Verzögerungen bei lebenswichtigen Impfungen und der Kennzeichnung können schwerwiegende Folgen für das Wohl der Tiere haben. Der Fall könnte damit zu einem wegweisenden Präzedenzfall für weitere Anti-Korruptionsmaßnahmen im Land werden.
Lesen Sie auch
- Die nationale Polizei der Ukraine deckt ein Betrugschema für militärische medizinische Gutachten im Wert von 5,4 Millionen Dollar auf und durchsucht 16 Regionen
- 133 Verstöße auf Lachs-Farm in Maine: Undercover-Ermittlungen decken Tierquälerei auf
- Militärbeamte trieben Generatorpreise um 14 Prozent in die Höhe – Staat erleidet Millionenschaden
- Enthüllungen um Drohnenfirma: Wie eine Journalistin Korruptionsnetzwerke im Verteidigungssektor aufdeckte
- Betrug mit Armee-Generatoren: 11 Millionen veruntreut – bis zu 12 Jahre Haft drohen
- Odessaer Raketenangriff: Zwei russische Befehlshaber als Verantwortliche identifiziert

