ISW-Analyse: Warum der Kreml den US-Friedensplan ablehnt.
Russlands starre Haltung in der Ukraine-Frage
Nach Angaben von TSN.ua: Der Kreml zeigt keinerlei Kompromissbereitschaft, um den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Russlands zentrale Forderungen finden sich nicht im US-amerikanischen Friedensplan wieder. Stattdessen beharrt Moskau auf territorialen Ansprüchen, was eine Einigung nahezu unmöglich macht.
Laut dem ISW-Report vom 21. Januar 2026 erhielt Wladimir Putin den Entwurf des Friedensplans bereits Anfang Januar 2025. Die Besetzung der Krim sowie von Teilen des Donbas, der Regionen Saporischschja und Cherson bilden den Kern der Auseinandersetzung. Aus Sicht des Kremls decken die im Plan genannten Gebiete jedoch nicht alle russischen Forderungen ab. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew bekräftigte die Position Moskaus mit den Worten:
„Russland holt sich sein eigenes Land in der Ukraine durch den Krieg zurück“und bezog sich dabei auf die umstrittenen Referenden aus dem Jahr 2022.
Das volle Ausmaß der russischen Gebietsforderungen
Moskau verlangt die Anerkennung der Annexion der Krim sowie weiterer von Russland kontrollierter Gebiete. Auf der Liste der beanspruchten Regionen stehen:
- Krim
- Donbas
- Saporischschja
- Cherson
- Oblast Charkiw
- Oblast Dnipropetrowsk
- Oblast Mykolajiw
- Oblast Odessa
Ein weiteres Hindernis ist die klare Ablehnung des Kremls, ausländische Truppen als Sicherheitsgarantie für die Nachkriegs-Ukraine zuzulassen. Diese Haltung erschwert eine diplomatische Lösung zusätzlich. Die russische Position ist damit maximal verhärtet.
Solange Moskau an seinen umfassenden territorialen Forderungen festhält, sind weitere Schritte hin zu einem Friedensschluss äußerst unwahrscheinlich. Die Analyse des ISW zeichnet das Bild einer strategischen Sackgasse. Die internationale Gemeinschaft steht vor der enormen Herausforderung, unter diesen Voraussetzungen überhaupt Verhandlungsgrundlagen zu finden. Die festgefahrenen Positionen lassen für absehbare Zeit keinen diplomatischen Durchbruch erwarten.
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