Neue Regeln: Betriebe von kritischer Bedeutung können jetzt ihr gesamtes Personal vor Einberufung schützen.
Vollständiger Schutz vor der Einberufung für Schlüsselbetriebe
Nach Angaben von Novyny.live: Die ukrainische Regierung hat die Regeln für die Zurückstellung wehrpflichtiger Mitarbeiter grundlegend geändert. Unternehmen von kritischer Bedeutung für das Land können nun ihr gesamtes Personal vor einer Einberufung schützen – die frühere Obergrenze von 50 Prozent ist entfallen. Diese Maßnahme soll die Wirtschaft in Kriegszeiten stützen und die kontinuierliche Arbeit von Betrieben sichern, die systemrelevante Funktionen erfüllen.
Die Details der neuen Regelung
Ein zentrales Kriterium für die Zurückstellung ist nun ein Mindesteinkommen. Der betroffene Arbeitnehmer muss mindestens 21.617,50 Hrywnja verdienen, um einen Anspruch auf die Stellung zu haben. Diese finanzielle Hürde ist Teil eines neuen Systems, das sicherstellen soll, dass die staatliche Unterstützung nur denen zugutekommt, die einen signifikanten Beitrag zur Wirtschaft leisten. Die Antragstellung für die Betriebe ist über das staatliche Portal 'Dija' möglich, was den Prozess erheblich vereinfacht.
Für Unternehmen der Verteidigungsindustrie (OPK) gelten erleichterte Bedingungen: Sie können ihre Mitarbeiter auch dann vor der Einberufung schützen, wenn es Verstöße gegen die Meldepflichten gab. Zur Behebung solcher Mängel in der Dokumentation haben sie eine Frist von 45 Tagen, ohne dass das Recht auf Zurückstellung sofort verloren geht. Die frühere '72-Stunden-Regel' für die Überprüfung von Listen wurde zudem abgeschafft, was die Prozedur weiter entbürokratisiert.
Diese gesetzlichen Änderungen zielen darauf ab, die Entwicklung von kriegswichtigen Unternehmen zu fördern und ihnen zu ermöglichen, ihr Fachpersonal auch unter den schwierigen aktuellen Bedingungen zu halten.
Diese Schritte sind entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität und die Unterstützung von Schlüsselindustrien in Kriegszeiten.
Ruslana Slobodjanjuk
Die neuen Vorschriften zur Zurückstellung sind eine direkte Reaktion auf die Bedürfnisse der Kriegswirtschaft. Sie stellen sicher, dass lebenswichtige Betriebe die benötigten Arbeitskräfte behalten, um ihre Tätigkeit aufrechtzuerhalten. Angesichts des anhaltenden Konflikts können solche Anpassungen die Funktionsfähigkeit der ukrainischen Wirtschaft maßgeblich beeinflussen und so den Grundstein für eine spätere Erholung legen.
Lesen Sie auch
- Brotpreise in der Ukraine steigen um bis zu 6 Prozent: Das erwartet Verbraucher in den kommenden Monaten
- Russlands Haushalt gerät unter Druck: Nur Militärausgaben bleiben von Kürzungen verschont
- Postomat-Netz wächst: Ukrposhta startet in fünf weiteren Städten – Ausbau bis 2026 geplant
- 400.000 Barrel täglich: Wie Angriffe auf Raffinerien Russlands Ölsektor lahmlegen
- Luxussteuer in der Ukraine: Wer im Jahr 2026 zusätzlich 25.000 Griwna zahlen muss
- Drei kritische Fristen für ukrainische Unternehmer zur Überprüfung der Arbeitsgeschichte mit der Pensionskasse

