Immobilienkauf mit Vorbelastung: Wenn das Eigenheim plötzlich den Besitzer wechselt.
Die versteckte Falle bei Immobilien mit Inkasso-Vergangenheit
Nach Angaben von Novyny.live: Der Erwerb einer Wohnung, die bereits in den Fängen von Inkassounternehmen war, birgt erhebliche Gefahren. Selbst gutgläubige Käufer können am Ende ihre Immobilie verlieren, ohne eine Entschädigung zu erhalten. Rechtsanwalt Ihor Buzovsky weist darauf hin, dass solche Fälle zunehmen. Er schildert Szenarien, in denen Wohnungen zunächst mit einer Hypothek gekauft werden. Geht die Bank jedoch in Konkurs und wird die Forderung weiterverkauft, kann sich das Eigentumsrecht auf die neuen Gläubiger – die Inkassounternehmen – übertragen.
Die Übertragung der Wohnungen auf die Inkassofirmen erfolgt häufig während eines gesetzlichen Moratoriums, das solche Handlungen eigentlich verbietet.
„Die Umbuchung der Wohnung auf die Inkassounternehmen fand in der Zeit des Moratoriums statt, und das sogar mit einem dort gemeldeten Kind. Das ist gesetzlich explizit verboten“, betont Ihor Buzovsky.Egal, wie oft die Wohnung zwischenzeitlich weiterverkauft wurde: Der letzte Eigentümer bleibt der Geschädigte, auch wenn er selbst keinerlei Schuld an der Situation trägt.
Weitere Problemfelder auf dem Immobilienmarkt
Die Lage wird zusätzlich dadurch verschärft, dass sich in Kiew eine beträchtliche Anzahl von problembehafteten und eingefrorenen Wohnbauprojekten angesammelt hat. Die größten Risiken auf dem Markt für Neubauimmobilien sind:
- Fehlende Genehmigungen und Baubewilligungen;
- Rechtliche Auseinandersetzungen, insbesondere um Grundstücke;
- Finanzielle Insolvenz des Bauträgers;
- Erhebliche Verzögerungen bei der Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes.
Wie die Expertin Maryna Kuts erläutert,
„Die wesentlichen Risiken sind mehrere: das Fehlen von Genehmigungsdokumenten, Gerichtsstreitigkeiten um das Land, Verstöße gegen Bauvorschriften, die finanzielle Unfähigkeit des Bauträgers und Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Hauses.“
Potenzielle Käufer sollten daher äußerste Vorsicht walten lassen und alle dokumentarischen Unterlagen zur Immobilie penibel prüfen. Besonderes Augenmerk muss auf der genauen Grundbuchnummer, der vollständigen Adresse und den persönlichen Daten des aktuellen Eigentümers liegen. Nur so lassen sich Risiken minimieren und die eigenen Interessen schützen. Der deutsche Immobilienmarkt kennt zwar andere rechtliche Rahmenbedingungen, doch die Grundregel der sorgfältigen Due Diligence ist universell gültig.
Die beschriebenen Fälle unterstreichen die immense Bedeutung einer umsichtigen Vorgehensweise beim Immobilienkauf, besonders in volatilen Marktphasen. Angesichts der Zunahme von Problemimmobilien und komplexen Forderungskonstruktionen müssen Käufer bestmöglich informiert sein und mögliche Fallstricke antizipieren. Professionelle Beratung durch einen auf Immobilienrecht spezialisierten Anwalt oder Sachverständigen kann dabei helfen, finanzielle Verluste und langwierige Rechtsstreitigkeiten von vornherein zu vermeiden.
Lesen Sie auch
- 209.000 Euro für eine 2-Millionen-Reparatur: So funktioniert das ukrainische Wiederaufbauprogramm
- Neue Namen für zwei U-Bahn-Stationen in Charkiw vorgeschlagen
- Neue Wohnregeln für Binnenflüchtlinge: Kostenlose Unterkünfte und Räumung binnen 15 Tagen
- Worauf Sie beim Wurstkauf in der Ukraine achten sollten – und wo Sie besser keine Produkte kaufen
- Ukrainische Soldaten gezielt vergiftet: Russische Drahtzieher rekrutieren junge Frauen für Auftragsmorde
- Bußgelder für US-Importfahrzeuge: Warum die Scheinwerfer zum Problem werden

