Die Mutter der Ukrainerin in Finnland über den Schulskandal: Toleranz überschreitet Grenzen.
Nach Angaben von inkorr.com: Irina Horkun-Silen, die Mutter der 11-jährigen Ukrainerin Nicole, die gezwungen war, ein russisches Lied in einer finnischen Schule zu singen, teilte ihre Gedanken zur Reaktion der lokalen Bildungseinrichtungen und eines Teils der Gesellschaft mit. Sie wies darauf hin, dass man in Finnland die gesamte Schwere des russischen Einflusses noch nicht erkannt hat. Ihrer Meinung nach kann finnische Toleranz manchmal schädlich sein, da das Land Russland nur als 'Nachbarn' sieht, ohne die Gefahr, die es darstellt, zu erkennen.
„Ich war von der Reaktion - sowohl der Schule als auch eines Teils der finnischen Gesellschaft - überrascht. Es schien, als wollten die Menschen das Problem einfach nicht sehen. Die Finnen sind sehr tolerant, aber manchmal überschreitet das die Grenze. Sie vergessen, dass Russland nicht nur ein 'Nachbar' ist, sondern ein Land, das eine Gefahr darstellt. Ich hoffe, dass diese blinde Toleranz gegenüber Russland verschwindet.“
Horkun-Silen ruft zu Veränderungen im Ansatz für den Unterricht über die russische Kultur in finnischen Schulen auf. Sie betont, dass dies eine bewusste Entscheidung sein sollte und nicht einfach eine Lösung aus 'vergangenen Leben'. Wenn russische Werke im Lehrplan bleiben, müssen sie mit Erklärungen begleitet werden, warum sie Teil des Lernprozesses sind, wobei die Emotionen ukrainischer Kinder berücksichtigt werden. Es ist wichtig, daran zu denken, dass Russland in der Vergangenheit mit Finnland, insbesondere während des Winterkriegs von 1939-1940, Krieg geführt hat.
„Solche 'Toleranz' drängt uns nur dazu, den Krieg zu verschweigen.“
Die Schulleiterin Ellinor Hellman antwortete auf die Kritik und behauptete, dass ihre Bildungseinrichtung alle Schüler akzeptiert und den Lehrplan einhält. Sie stellte fest, dass die Schüler die Möglichkeit haben, verschiedene Formen kulturellen Selbstausdrucks im Musikunterricht kennenzulernen, und dass alles unter Berücksichtigung der Bildungsziele ausgewählt wird. Lehrer werden ermutigt, auf Fragen der Schüler aufmerksam und objektiv zu antworten.
Die öffentliche Diskussion unterstreicht die Wichtigkeit, die Rolle der russischen Kultur in der schulischen Bildung in Finnland zu erörtern. Die Auswahl an Literatur und Musikstücken hat einen erheblichen Einfluss auf die Weltanschauung der Schüler, weshalb dieses Thema mit großer Sorgfalt angegangen werden sollte. Die Gesellschaft sucht weiterhin nach Möglichkeiten, ein Gleichgewicht zwischen kultureller Vielfalt und der Anerkennung der potenziellen Bedrohung durch den russischen Einfluss zu finden.
Lesen Sie auch
- Warum Kampfzulagen in der Ukraine oft verspätet ausgezahlt werden
- Krieg verwüstet das Schwarze Meer: Störsterben und tote Delfine
- Neue Betrugsmasche: PrivatBank warnt vor Risiken für Ihre Handynummer
- Mykolajiw träumt von der Stadtbahn: Wann soll das Zentrum an die Industriegebiete angebunden werden?
- Start am 16. Juni: Neue finanzielle Hilfen des Norwegischen Flüchtlingsrats für Betroffene in der Ukraine
- Nachzahlung von Rentenbeiträgen in der Ukraine: So viel kostet der fehlende Versicherungszeitraum

