Ukrainische Masljana: Viele Namen, eine uralte Tradition vor der Fastenzeit.

Ukrainische Masljana: Viele Namen, eine uralte Tradition vor der Fastenzeit
Ukrainische Masljana: Viele Namen, eine uralte Tradition vor der Fastenzeit

Von Kolodij bis Syropust: Das wahre Gesicht eines ukrainischen Frühlingsfestes

Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine ist die Woche vor Beginn des orthodoxen Fastenzeit als Masljana bekannt – ein Fest mit einer erstaunlichen Vielfalt an Namen. Ob man es Masljana, Kolodij, Syropust, Puschtschennja oder Sahalnyzja nennt, jedes dieser Wörter beleuchtet eine andere Facette der tief verwurzelten Traditionen. Der Begriff 'Masljana' gilt dabei als die literarische und ureigene ukrainische Bezeichnung.

Der Name 'Kolodij' verweist auf einen Gott der Ehe und des Sonnenzyklus, was die Bedeutung des Festes für familiäre und soziale Bindungen unterstreicht. Die Bräuche der Masljana-Woche zielen genau darauf ab: Sie fördern den Zusammenhalt. Dazu gehören das Versöhnen von Zerstrittenen, die Ehrung frisch Vermählter, die Ermutigung zur Familiengründung und der Beginn des gemeinsamen Frühlingsliedersingens durch die Mädchen.

Kulinarisch steht das Fest ganz im Zeichen von Milch und Eiern, die in der bevorstehenden Fastenzeit gemieden werden. Das Hauptgericht sind Warenyky mit Quark und Sauerrahm. Die festliche Tafel ist reich gedeckt mit weiteren Spezialitäten wie Syrnyky (Quarkpfannkuchen), Quarkkuchen, Milchklößchen, Milchbrei, Rjaschenka (gebackener Sauermilch) sowie Kisel und Kolotucha. Diese gekochten und nahrhaften Gerichte symbolisieren Wohlstand und Fülle.

Ein weit verbreiteter Brauch, der oft mit der Masljana in Verbindung gebracht wird, ist jedoch keine ursprünglich ukrainische Tradition: das Verbrennen einer Strohpuppe. Dieser Ritus entstand erst in der Zeit der Sowjetunion. Er zeigt, wie sich das Fest im Laufe der Zeit gewandelt hat, während seine wesentlichen Elemente den authentischen ukrainischen Geist bewahren.

Die Feierlichkeiten der Masljana oder des Kolodij sind somit ein zentraler Bestandteil der ukrainischen Nationalkultur. Sie vereinen uralte Bräuche, gastronomische Traditionen und soziale Rituale, die Familienbande und die Gemeinschaft stärken. Als Abschied vom Winter und Vorbote des Frühlings markiert das Fest einen wichtigen Punkt im bäuerlichen Jahres- und Lebenszyklus. Die Vielfalt seiner Namen und Bräuche unterstreicht den Reichtum des ukrainischen kulturellen Erbes und das gemeinsame Streben nach Harmonie in Familie und Gesellschaft.


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