Ab 2027 könnten Hunderttausende nach Ukraine zurückkehren – NBU-Prognose.
Wann die Rückkehrwelle einsetzen könnte
Nach Angaben von TSN.ua: Erst ab dem Jahr 2027 rechnet die ukrainische Nationalbank mit einer nennenswerten Rückkehr von Geflüchteten. Für dieses Jahr prognostiziert sie etwa 100.000 Rückkehrer. Im Folgejahr 2028 könnte die Zahl dann bereits auf bis zu eine halbe Million Menschen ansteigen. Diese Entwicklung ist jedoch strikt an zwei Bedingungen geknüpft: Die Sicherheitslage muss sich stabilisieren und die Wirtschaft des Landes an Stabilität gewinnen. Bis dahin bleibt die Situation angespannt.
Bis einschließlich 2026 wird die Ukraine voraussichtlich weiterhin mehr Einwohner verlieren, als zurückkehren. Schätzungsweise 200.000 Menschen könnten das Land aufgrund der anhaltenden Gefahren noch verlassen. Die Bevölkerung hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits einen dramatischen Schwund erlitten – sie sank um mindestens zehn Millionen Menschen. Mitte 2024 lebten nur noch rund 35,8 Millionen Menschen in der Ukraine.
Wirtschaftliche Anreize und demografische Realität
Ein möglicher Anreiz für eine Rückkehr sind steigende Reallöhne. Für die Jahre 2025 und 2026 sagt die Nationalbank ein jährliches Wachstum von durchschnittlich sieben Prozent voraus. In der darauffolgenden Phase 2027/2028 soll das Lohnniveau weiter um etwa sechs Prozent pro Jahr steigen. Dieser positive Trend wird jedoch von einer düsteren Prognose überschattet: Die erwartete Stromlücke für 2026 hat sich von drei auf sechs Prozent verdoppelt, was die wirtschaftliche Erholung bremsen könnte.
Besonders alarmierend ist die demografische Entwicklung. Im Jahr 2025 starben in der Ukraine drei Menschen, während nur ein Kind geboren wurde. Diese tiefe Kluft, gepaart mit den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen, zeichnet ein komplexes Bild für die künftigen Migrationsbewegungen.
Die Prognosen deuten auf eine mögliche Trendwende hin, deren Eintreten jedoch höchst unsicher ist. Eine Rückkehr von Hunderttausenden wäre ein entscheidender Schritt für den demografischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die hohe Sterblichkeitsrate und die drohende Energieknappheit stellen jedoch gewaltige Hindernisse dar. Ob die Bedingungen für eine erfolgreiche Reintegration dann tatsächlich gegeben sind, bleibt eine offene Frage, die das Handeln der Politik heute schon bestimmen sollte.
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