Nach 18 Jahren des Zögerns: Mila Nitich veröffentlicht ihre Jugend-Komposition auf Ukrainisch.
Ein Lied findet endlich seine Muttersprache
Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Sängerin Mila Nitich hat nun eine ukrainischsprachige Fassung ihres Liedes 'Каюсь' (Ich bereue) vorgestellt. Die Komposition entstand bereits, als sie 18 Jahre alt war, und markierte einen Wendepunkt in ihrer Karriere. Ursprünglich stieß das Stück jedoch auf Widerstand: Ihr Produzent Wolodymyr Bebeschko war strikt dagegen, dass Nitich es überhaupt aufnahm. Erst bei einem Treffen im Studio mit dem Dichter Hidayat Seyidov reifte in der Künstlerin der Entschluss, den Song endlich ins Ukrainische zu übertragen – ein Prozess, der sich über 18 Jahre hingezogen hatte.
Die emotionale Last eines frühen Werkes
Mila Nitich beschreibt die Gefühle, die sie während der Entstehung des Liedes begleiteten.
„Dieses Lied kam zu früh in mein Leben – mit 18 Jahren“, erinnert sie sich. Die Sängerin hatte auch große Bedenken, das Werk könnte falsch verstanden werden:
„Ich hatte große Angst, dass das Lied entstellt werden könnte“. Letztlich erkannte sie jedoch, dass 'dieses Lied über jeden von uns geschrieben ist' – eine Einsicht, die dem Stück seine besondere Bedeutung verleiht. Solche persönlichen Kämpge um die eigene künstlerische Integrität sind im Musikgeschäft keine Seltenheit.
Nitichs Schritt fügt sich in eine aktuelle Entwicklung ein: Kürzlich übertrug etwa Vitalij Kozlovskyj den Hit 'Шекспір' (Shakespeare) ins Ukrainische. Dies zeigt einen klaren Trend hin zu ukrainischen Versionen bekannter Titel. Die Präsentation von 'Каюсь' könnte somit ein weiterer wichtiger Impuls für die Stärkung einer eigenständigen ukrainischen Musikidentität sein.
Die Veröffentlichung der ukrainischen Version von 'Каюсь' unterstreicht das wachsende Interesse an der ukrainischen Musik und ihrem kulturellen Erbe. In einer Zeit, in der nationale Kulturräume unter globalem Einfluss stehen, können solche Initiativen die lokale Musikszene stärken, das kulturelle Erbe bewahren und die Aufmerksamkeit auf einheimische Künstler lenken. Sie eröffnen zudem neue kreative Freiräume für Künstler, die mit Sprache und Form ihrer Werke experimentieren möchten.
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