Ukrainisches Verteidigungsministerium stellt klar: Ex-Chef des Präsidialamts hat sich nicht zum Dienst gemeldet.
Die Lage um Andrij Jermak
Nach Angaben von TSN.ua: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat auf eine Anfrage des Abgeordneten Jaroslaw Schelesnjak bestätigt: Andrij Jermak, der ehemalige Leiter des Präsidialamtes, hat sich bei keinem territorialen Rekrutierungszentrum (TZK) gemeldet, um Militärdienst zu leisten. Den Angaben der Behörde zufolge hat Jermak weder für die Mobilmachung, für einen Sonderzeitraum noch für einen Vertragsdienst entsprechende Schritte unternommen. Diese offizielle Auskunft beendet wochenlange Spekulationen über den Verbleib des ehemaligen Spitzenbeamten.
Jermak war am 28. November 2025 von seiner Position als Chef des Präsidialamtes zurückgetreten. Sein Rücktritt erfolgte vor dem Hintergrund von Durchsuchungen durch das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) in seiner Wohnung im Rahmen der Operation 'Midas'. Nach seinem Rücktritt hatte Jermak öffentlich erklärt, sich den Streitkräften der Ukraine anschließen zu wollen. Das Verteidigungsministerium stellt nun jedoch klar, dass dieser Ankündigung keine formellen Handlungen folgten.
Formelle Meldung ist entscheidend
Die Situation zeigt deutlich, dass Jermaks Absichten nicht in die Tat umgesetzt wurden, da das entscheidende formelle Verfahren – die Meldung bei einem Rekrutierungszentrum – unterblieb.
Die Stellungnahme des Ministeriums unterstreicht, wie essenziell der offizielle Weg für jeden ist, der in der Armee dienen will, insbesondere während der Mobilmachung. Das Ausbleiben einer solchen Meldung wirft Fragen zur Ernsthaftigkeit der angekündigten Absichten des Ex-Beamten auf und lässt auch seine künftige Rolle in militärischen Angelegenheiten des Landes unklar erscheinen.
Lesen Sie auch
- Vier Diplomatenpässe für Jermak: Außenminister Sibiha äußert sich zu den Hintergründen
- Treffen zwischen Regierung und Opposition: Steht ein Umbau im Büro von Präsidentenberater Jermak bevor?
- Bürochef-Wechsel in Kiew: Geraschtschenko sieht Dialog-Neustart durch Berufung von Budanow
- Korruptionsvorwurf gegen Selenskyjs Stabschef: Ermittlungen belasten die Regierung
- Neuer Chef für die Spionageabwehr des SBU: Selenskyj ernennt Sergej Gunkowski
- Neuer Rechtshilfe-Ausschuss für Kriegsopfer nimmt Arbeit auf

