Wie der Krieg die ukrainische Sprache verändert: Ein Blick zum Internationalen Tag der Muttersprache.

Wie der Krieg die ukrainische Sprache verändert: Ein Blick zum Internationalen Tag der Muttersprache
Wie der Krieg die ukrainische Sprache verändert: Ein Blick zum Internationalen Tag der Muttersprache

Internationaler Tag der Muttersprache

Nach Angaben von Novyny.live: Seit dem Jahr 2000 erinnert die UNESCO mit dem Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar an die Bedeutung des Schutzes und der Entwicklung sprachlicher Vielfalt. Für die Ukraine hat dieses Datum in der aktuellen Zeit eine besondere Dimension gewonnen. Der Krieg hat den Prozess der Rückbesinnung auf die eigene Sprache beschleunigt und ihre Verbreitung und Vermittlung zu einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe gemacht.

Ein historisches Mahnmal

Der Gedenktag geht auf ein tragisches Ereignis im Jahr 1952 in Bangladesch zurück, bei dem Studenten für das Recht auf ihre Muttersprache starben. Dies unterstreicht die fundamentale Rolle der Sprache für die Identität eines Volkes. In der Ukraine zeigt sich dieser Zusammenhang heute deutlich: Die russische Invasion hat die Nachfrage nach der ukrainischen Sprache sprunghaft ansteigen lassen.

Katria Tkachenko, Dozentin an der Südukrainischen Nationalen Pädagogischen Universität namens K. D. Uschynskyj, engagiert sich in der Bewegung 'Jedyni' ('Die Einheitlichen'), die Menschen beim Wechsel zur ukrainischen Sprache unterstützt. Sie erklärt:

'Ich bin Freiwillige der landesweiten Bewegung 'Jedyni' geworden, die allen, die es wünschen, hilft, auf Ukrainisch umzusteigen.' - Katria Tkachenko

Diese Initiative hilft, sich an die neuen sprachlichen Realitäten im Kriegsalltag anzupassen. Allein in der Region Odessa wurden im vergangenen Jahr 117 Verstöße gegen das Sprachgesetz registriert – ein Zeichen für den anhaltenden Handlungsbedarf in der Sprachpolitik. Katria Tkachenko gibt auch praktische Tipps zur Aussprache:

'Die harten Zischlaute sind die Basis. Wenn ihr sie hart zischt, ist das schon die halbe Miete.' - Katria Tkachenko

Dies zeigt, wie wichtig die korrekte Aussprache für ein sicheres Sprachgefühl ist. Heute bemühen sich viele Menschen, darunter auch Ausländer, Ukrainisch zu lernen. Für Katria Tkachenko ist der erste Schritt der einfachste:

  • 'Wie fängt man an, Ukrainisch zu sprechen? Einfach anfangen zu sprechen.'

Dieser Aufruf zum Handeln ist ein wesentlicher Teil der Popularisierung der Sprache. Der Internationale Tag der Muttersprache erinnert somit an die zentrale Rolle der Sprache für nationale Identität und kulturelles Erbe. In Zeiten des Krieges gewinnen die Bemühungen um die Stärkung des Ukrainischen eine noch größere Dringlichkeit und verbindende Kraft.

Der Tag betont den Wert sprachlicher Vielfalt und kulturellen Erbes – eine Botschaft, die angesichts aktueller geopolitischer Umbrüche an Bedeutung gewinnt. In der Ukraine fördert die Stärkung der eigenen Sprache heute nicht nur die nationale Identität, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in einer Zeit enormer Herausforderungen.


Lesen Sie auch

Werbung