Nach schwerer Verwundung: Wie ein Marineinfanterist das Leben neu lernt.

Nach schwerer Verwundung: Wie ein Marineinfanterist das Leben neu lernt
Nach schwerer Verwundung: Wie ein Marineinfanterist das Leben neu lernt

Die Geschichte von Artem

Nach Angaben von UATV: Der 30-jährige Artem aus Mykolajiw diente als Marineinfanterist in den ukrainischen Verteidigungskräften. Unter dem Rufzeichen 'Saur' meldete er sich im August 2022 freiwillig zum Dienst im 503. separaten Bataillon der Marineinfanterie. Sein Leben änderte sich schlagartig am 6. November 2025, als er bei einem Mörserbeschuss beide Arme verlor. Trotz dieser schweren Verwundung kämpft er heute im Rehabilitationszentrum Unbroken in Lwiw darum, ein selbstständiges Leben zurückzugewinnen.

Die Evakuierung aus dem Kampfgebiet dauerte über zwölf Stunden. Artem erinnert sich:

„Es war klar, dass die Verletzungen lebensgefährlich waren. Meine Kameraden haben alles Menschenmögliche getan – ihr oberstes Ziel war es, mich am Leben zu erhalten.“
Dieser Einsatz seiner Brüder im Kampf ermöglichte ihm das Überleben und den Beginn eines langen Weges der Genesung. Solche Rettungsaktionen unter Feuer sind an der Front keine Seltenheit.

Der mühsame Weg der Rehabilitation

In der Ergotherapie lernt Artem Schritt für Schritt, alltägliche Handlungen ohne Hände zu bewältigen. Die Therapeutin Krystyna Stetsko erklärt den Ansatz:

„Das Hauptziel der Ergotherapie vor einer Prothesenversorgung ist die Rückkehr zu täglichen Aufgaben. Wir beginnen mit den einfachsten Handgriffen.“

Mit bemerkenswerter Geduld eignet sich Artem neue Techniken an. Er beschreibt, wie er sein Smartphone bedient:

„Man positioniert sich so, dass die Gesichtserkennung funktioniert. Dann drückt man vorsichtig mit der Nasenspitze auf den Bildschirm. Man muss sich daran gewöhnen, es klappt nicht beim ersten Mal.“
Sein Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, ist beeindruckend.

Seine Geschichte steht beispielhaft für die ungebrochene Resilienz und den Mut vieler Soldaten. Sie zeigt aber auch, wie entscheidend spezialisierte Reha-Zentren für die Zukunft schwerverwundeter Veteranen sind. Einrichtungen wie das Unbroken-Zentrum in Lwiw leisten hier Pionierarbeit. Sie geben den Menschen nicht nur praktische Hilfe, sondern auch die Hoffnung auf ein erfülltes Leben nach der Verwundung – eine gesellschaftliche Verpflichtung, die weit über die medizinische Versorgung hinausgeht.


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