Ex-Energieminister Galuschtschenko: 12 Millionen Dollar durch Korruptionsnetzwerk.

Ex-Energieminister Galuschtschenko: 12 Millionen Dollar durch Korruptionsnetzwerk
Ex-Energieminister Galuschtschenko: 12 Millionen Dollar durch Korruptionsnetzwerk

Wie Korruption im ukrainischen Energiesektor funktioniert

Nach Angaben von TSN.ua: Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) hat am 19. Februar 2023 neue Videobeweise zu einem großen Korruptionsfall veröffentlicht. Im Zentrum steht der ehemalige Energieminister Herman Galuschtschenko, der eine Schlüsselrolle im Netzwerk "Schlagbaum" gespielt haben soll. Den Ermittlungen zufolge wurden von 2021 bis 2025 insgesamt 12 Millionen US-Dollar zu seinen Gunsten gewaschen. Der Energiesektor gilt als neuralgischer Punkt für die ukrainische Wirtschaft und ist besonders anfällig für derartige Machenschaften.

Die NABU-Ermittler konnten nachweisen, dass mehr als 7 Millionen Dollar auf Konten zweier auf den Marshallinseln registrierter Firmen flossen. Weitere 4 Millionen Dollar wurden in bar in der Schweiz ausgezahlt. Bereits im Februar 2021 war auf Anguilla ein Investmentfonds gegründet worden, der rund 100 Millionen Dollar akquirieren sollte.

Das Ausmaß der finanziellen Manipulationen

Insgesamt soll Herman Galuschtschenko über 112 Millionen Dollar Bargeld aus illegalen Geschäften im Energiesektor erhalten haben. Auf von seiner Familie kontrollierte Konten wurden über 7,4 Millionen Dollar überwiesen. Zudem landeten mehr als 400 Millionen Hrywnja auf den Privatkonten des Ex-Ministers. Allein die Ausbildung seines Sohnes in der Schweiz kostete jährlich 200.000 Dollar.

Galuschtschenko befindet sich derzeit in 60-tägiger Untersuchungshaft, eine Freilassung gegen eine Kaution von 200 Millionen Hrywnja ist möglich. Der Fall unterstreicht die tiefgreifenden Korruptionsprobleme im ukrainischen Energiesektor und hat eine breite öffentliche Debatte ausgelöst. Die Ermittlungen sind Teil der Operation "Midas", die korrupte Strukturen im Land aufdecken soll.

Dieser Fall zeigt beispielhaft die systemischen Korruptionsprobleme in der Ukraine, insbesondere in einem für die Volkswirtschaft kritischen Sektor wie der Energieversorgung.

Das NABU-Verfahren könnte ein wichtiger Schritt sein, um das öffentliche Vertrauen in staatliche Institutionen wiederherzustellen und das Investitionsklima zu verbessern. Der weitere Verlauf der Ermittlungen gegen Galuschtschenko und mögliche Mittäter wird die politische Lage in der Ukraine und ihre internationalen Beziehungen maßgeblich beeinflussen.


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