Korruptionsskandal bei Energoatom: Ex-Manager soll 30 Millionen Griwna gewaschen haben.
Neue Vorwürfe gegen früheren Sicherheitschef
Nach Angaben von Espreso.tv: Die ukrainische Antikorruptionsbehörde NABU und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft SAP haben frische Belege für Korruption beim staatlichen Atomkonzern 'NAEK Energoatom' aufgedeckt. Im Zentrum steht ein ehemaliger leitender Angestellter, der für den physischen Schutz und die Sicherheit des Unternehmens zuständig war und unter dem Decknamen 'Tenor' bekannt ist. Ihm wird vorgeworfen, über ein betrügerisches System mit dem Codenamen 'Schlagbaum' Geld gewaschen zu haben.
Die 'Midas'-Operation
Die illegale Praxis flog bereits im Herbst 2022 im Rahmen der sogenannten 'Midas'-Operation auf. Diese Ermittlungen erstreckten sich über 15 Monate und starteten im Jahr 2024. Im Zuge der Durchsuchungen – es waren über 70 – wurden vier Millionen US-Dollar sichergestellt. Der Verdächtige soll zwischen 2023 und 2025 mehr als 30 Millionen Griwna legalisiert haben. Konkret erwarb der Ex-Manager zwei Mercedes-Benz-Fahrzeuge im Wert von über acht Millionen Griwna sowie exklusive Immobilien in der Ukraine und auf Bali, deren Gesamtwert umgerechnet mehr als 19 Millionen Griwna beträgt.
Um die Finanzströme zu verschleiern, setzte 'Tenor' laut NABU auf Kryptowährungen. Die Ermittler sicherten zudem 1000 Stunden an Audioaufnahmen von Gesprächen der Beteiligten. Die Veröffentlichung dieser 'Mindich-Bänder' führte letztlich zum Rücktritt von Andrij Jermak als Leiter des Präsidialamtes.
In den Aufzeichnungen tauchen unter anderem folgende Personen auf:
- Jurij Horowyj
- Wassylyj Wesselyj
- Dmytro Bassow
- Tymur Minditsch
- Oleksandr Zukerberh
- Herman Haluschtschenko
- Switlana Hryntschuk
Diese Ereignisse unterstreichen das Ausmaß der Korruption innerhalb ukrainischer Staatsbetriebe und machen weitere Ermittlungen sowie eine Bestrafung der Verantwortlichen erforderlich.
Die neu bekanntgewordenen Vorfälle bei Energoatom deuten auf ein systemisches Problem in ukrainischen Staatsunternehmen hin. Um Transparenz und Vertrauen in öffentliche Institutionen zu gewährleisten, muss dieses Problem dringend angegangen werden. Das laufende Verfahren könnte ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Korruption sein und die Kontrolle über Haushaltsgelder verschärfen. Die weiteren Schritte von NABU und SAP werden nicht nur den Ruf der staatlichen Firmen, sondern auch deren Zusammenarbeit mit internationalen Partnern beeinflussen.
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