Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug bei Rüstungskauf auf: 637 Millionen für veraltete Granatwerfer aus den 1980ern.

Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug bei Rüstungskauf auf: 637 Millionen für veraltete Granatwerfer aus den 1980ern
Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug bei Rüstungskauf auf: 637 Millionen für veraltete Granatwerfer aus den 1980ern

Ermittlungen zu einem Waffendeal mit Granatwerfern

Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) und die Generalstaatsanwaltschaft haben ein Strafverfahren zu einem Rüstungsauftrag eingeleitet. Es geht um die Lieferung von 6.000 Granatwerfern des Typs RPG-75M im Wert von 637 Millionen Griwna. Dabei stellte sich heraus, dass die gelieferten Waffen nicht neu waren, sondern aus den 1980er Jahren stammten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beteiligten das tatsächliche Herstellungsjahr und den Zustand der Ware verschleiern wollten. Der entstandene Schaden für den Staat wird auf 318,5 Millionen Griwna beziffert. Zum Vergleich: 637 Millionen Griwna entsprechen rund 15 Millionen Euro – eine Summe, die für moderne Verteidigungsausrüstung vorgesehen war.

Hintergründe des Falls

Der Vertrag sah eine Anzahlung von 318,5 Millionen Griwna vor. Die erste Lieferung mit 3.024 Granatwerfern traf im Mai 2026 ein. Laut Vereinbarung hätte die neue Waffentechnik aus den Jahren 2024 bis 2026 stammen müssen. Stattdessen lieferte der Hersteller veraltete Modelle. Im Zuge der Ermittlungen prüfen die Behörden, ob es eine Absprache zwischen Verantwortlichen des Staatsunternehmens „Agentur für Verteidigungsbeschaffung“ und dem Lieferanten gab.

Durchsuchungen fanden in den Büros der staatlichen Beschaffungsagentur und des Lieferanten statt – ein deutliches Zeichen für die Schwere des Falls. Das Strafverfahren läuft nach Artikel 114-1 des ukrainischen Strafgesetzbuches. Die Affäre sorgt in der Öffentlichkeit für Unruhe, da sie die Sicherheit des Landes in Kriegszeiten direkt betrifft.

Die Aufklärung dieses Falles ist entscheidend für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit bei Rüstungskäufen. Gerade im Krieg kann jeder Ausrüstungsgegenstand über Leben und Tod entscheiden. Die aufgedeckten Verstöße könnten zu weiteren Ermittlungen und Reformen im öffentlichen Beschaffungswesen führen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.


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