Richter Vowk verbietet Journalisten die Recherche über den Bruder des Chefs der Ermittlungsbehörde – ein Angriff auf die Pressefreiheit.
Die Entscheidung von Richter Vowk und ihre Folgen
Nach Angaben von Espreso.tv: Richter Serhij Vowk hat eine Verfügung erlassen, die dem Zentrum für Korruptionsbekämpfung (CPK) und dem Journalistenprojekt ‚Slidstwo.Info‘ untersagt, Informationen über Oleksij Suchatschow zu sammeln. Diese Entscheidung stößt auf Empörung, da sie als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet wird und gegen die europaweiten Verpflichtungen der Ukraine verstößt. Der Kläger beabsichtigt, eine Klage einzureichen, die noch nicht in der Sache geprüft wurde. Bemerkenswert ist, dass die Anordnung bereits vor der eigentlichen Klageerhebung erging.
Die gerichtliche Verfügung betrifft die Veröffentlichung von Daten über die Vermögensverhältnisse des Bruders des Leiters des Staatlichen Ermittlungsbüros (DBR). Am 24. Juni richtete das CPK eine Anfrage an Oleksij Suchatschow, die sich auf Informationen über seinen Verwandten bezog. Die Journalistin Alina Stryschak deckte Fakten auf, die auf einen erheblichen Immobilienbesitz des Bruders hindeuten – 143 Wohnungen und Büros. Die Anfrage wurde auch an die Firma ‚Parkowyj-2‘ gesendet.
Es vergingen weniger als zwei Wochen zwischen der Anfrage und der stattgebenden Entscheidung zugunsten der Firma ‚Parkowyj-2‘. Das CPK erhielt weder von Oleksij Suchatschow noch von der Firma ‚Parkowyj-2‘ eine Antwort auf die Anfrage. Wie Olena Schtscherban feststellte,
„ist die Gerichtsentscheidung offenkundig rechtswidrig und verletzt die grundlegenden Rechte von Journalisten“.
Rechtmäßigkeit der Entscheidung von Richter Vowk
Die Entscheidung von Richter Vowk ist eine Maßnahme zur Sicherung einer Klage, die noch vor Einreichung der eigentlichen Klage erlassen wurde – dies wirft zusätzliche Fragen zur Rechtmäßigkeit auf. Sie verdeutlicht potenzielle Gefahren für die Pressefreiheit und die Arbeit von Journalisten in der Ukraine, was besonders im Hinblick auf die europaweiten Verpflichtungen des Landes relevant ist.
Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung des Schutzes von journalistischen Recherchen und die Notwendigkeit der Einhaltung von Menschenrechten in der Ukraine, insbesondere in einer Zeit, in der das Land eine Integration in die europäische Gemeinschaft anstrebt. Verfügungen, die die Arbeit von Journalisten einschränken, könnten einen Präzedenzfall für weitere Angriffe auf die Pressefreiheit schaffen, was bei Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen Besorgnis auslöst.
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