NABU-Chef Kryschnos beklagt massive Einschüchterung: Abhörwanze in Wohnung von Ermittlerin entdeckt.
Unter Druck gesetzte Ermittler
Nach Angaben von Novyny.live: Der Direktor des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU), Semen Kryschnos, hat schwere Vorwürfe erhoben. Bei einem Pressebriefing zu den 'Ergebnissen von NABU und SAP im zweiten Halbjahr 2025' berichtete er von systematischem Druck auf seine Behörde. Dieser äußere sich in illegalen Abhöraktionen und gezielten Kompromittierungsversuchen gegen Mitarbeiter.
Kryschnos gab ein konkretes Beispiel bekannt: In der Wohnung einer NABU-Mitarbeiterin sei kürzlich illegal installierte Abhöranlage gefunden worden. Es handele sich um die Leiterin einer Einheit, die Korruption im Verteidigungssektor untersucht.
„Vor wenigen Wochen wurde dort Elektroinstallation durchgeführt, und dabei haben Vertreter von Strafverfolgungsbehörden absolut illegal ihre Technik platziert“,so der NABU-Chef. Er zeigte sich empört über diese Methoden:
„Das ist eine widerwärtige Art der Beweiserhebung, die die Privatsphäre mit Füßen tritt.“
Parallel dazu beobachtet Kryschnos seit etwa drei Wochen eine neue Welle an diffamierenden Veröffentlichungen gegen seine Ermittler.
„Ich habe ein Déjà-vu, denn es schwappt wieder dieselbe Schmutzlawine über dieselben Telegram-Müllhalden über dieselben Detektive herein“,kommentierte er die Situation. Diese koordiniert wirkenden Angriffe lassen auf gezielte Versuche schließen, die Glaubwürdigkeit der Antikorruptionsbehörde zu untergraben. Solche Vorfälle sind besonders brisant, da die Unabhängigkeit der Antikorruptionsorgane für die ukrainischen Reformbemühungen von zentraler Bedeutung ist.
Systematische Bedrohung der Antikorruptionsarbeit
Die geschilderten Vorfälle – illegale Überwachung und gesteuerte Diffamierungskampagnen – gefährden nicht nur die operative Arbeit des NABU. Sie stellen ein grundsätzliches Problem für den gesamten Antikorruptionskampf in der Ukraine dar.
Die von Direktor Kryschnos beschriebenen Zustände offenbaren die erheblichen Widerstände, auf die die Antikorruptionsinstitutionen stoßen. Derartige Einschüchterungsversuche können die Effektivität von Ermittlungen beeinträchtigen und das öffentliche Vertrauen in die Integrität der Behörden beschädigen. In einem Umfeld, in dem der Kampf gegen Korruption eine Schlüsselrolle für die Zukunft des Landes spielt, sind der Schutz und die Handlungsfreiheit dieser Institutionen eine unabdingbare Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.
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