Energie, Korruption und geleakte Autodaten: Das steckt hinter der 'Midas'-Affäre.
Die Ermittlungen im Fall 'Midas'
Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine ermitteln mehrere Strafverfolgungsbehörden im Korruptionsfall 'Midas'. Im Zentrum stehen mutmaßliche Schiebereien im Energiesektor und die Bewegungsdaten von Dienstfahrzeugen des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU). Die Ermittlungen wurden im November 2025 aufgenommen. Unter den Verdächtigen befinden sich der Geschäftsmann Timur Mindich sowie vier amtierende Minister.
Bereits am 26. Februar 2023 warnte NABU-Chef Semen Kryvonos vor einem möglichen Datenleck. Auf einer Sitzung einer temporären Untersuchungskommission zur Wirtschaftssicherheit erklärte er:
„Wer die Kennzeichen der Fahrzeuge kennt, kann ihre Bewegungen nachverfolgen. So können auch operative Maßnahmen des NABU gegen bestimmte Personen aufgedeckt werden.“ – Semen Kryvonos
Diese Enthüllung löste erhebliche Besorgnis über die Informationssicherheit und die Folgen des Lecks aus.
Kryvonos betonte zudem, dass die Spuren offenbar bewusst verwischt wurden: „Das bedeutet, dass jemand Administratorrechte genutzt und die Logs im System bereinigt hat.“ Im Verdacht steht das kommunale Unternehmen 'Informatika' der Stadtverwaltung Kiew, das für das 'Sichere Stadt'-System zuständig ist. Der Fall zeigt, wie anfällig selbst kritische Infrastrukturen für Manipulationen sind.
Verdächtige und Konsequenzen
Einer der Hauptverdächtigen, Timur Mindich, hat die Ukraine mittlerweile verlassen und hält sich in Israel auf. An den komplexen Ermittlungen sind nahezu alle relevanten ukrainischen Behörden beteiligt:
- Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU)
- Die Nationalpolizei
- Das Generalstaatsanwaltsamt
- Das Staatliche Untersuchungsbüro
- Das Büro für Wirtschaftssicherheit
- Der Dienst für Finanzmonitoring
- Die Agentur für Auffindung und Verwaltung von Vermögenswerten (ARMA)
Der Fall 'Midas' offenbart die enormen Herausforderungen im ukrainischen Kampf gegen die Korruption, besonders in Schlüsselsektoren wie der Energieversorgung. Die Beteiligung so vieler Ermittlungsbehörden unterstreicht die politische Brisanz. Das Ergebnis könnte die weitere Ausrichtung der Antikorruptionspolitik des Landes maßgeblich beeinflussen und zeigt, wie essenziell der Schutz sensibler staatlicher Informationssysteme ist.
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