Die Unterstützung der Ukraine in Polen ist auf einen Rekordwert von 48% gefallen: Daten von Soziologen.

Die Unterstützung der Ukraine in Polen ist auf einen Rekordwert von 48% gefallen: Daten von Soziologen
Die Unterstützung der Ukraine in Polen ist auf einen Rekordwert von 48% gefallen: Daten von Soziologen

Nach Angaben von ТСН: Der Unterstützungsgrad für Ukrainer in Polen sinkt rapide. Die neuesten Daten zeigen, dass die Situation die schlimmste seit 2014 ist.

Die polnische Gesellschaft zeigt Anzeichen von Ermüdung und Stimmungsänderung bezüglich des Krieges in der Ukraine. Laut einem neuen Bericht des Zentrums für öffentliche Meinungsforschung (CBOS) sind die Meinungen der Nation fast gleichmäßig geteilt, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Die Dezemberstudie "Polen über den Krieg in der Ukraine und die Hilfe für Flüchtlinge" zeigt einen besorgniserregenden Trend. Derzeit unterstützen nur 48% der polnischen Bürger die Aufnahme von Ukrainern, die vor dem Konflikt fliehen. Gleichzeitig äußerten sich 46% der Befragten dagegen. Im Vergleich zum September 2023 ist die Zahl der Gegner um 1% gestiegen. Weitere 6% der Befragten konnten sich nicht zu ihrer Position äußern.

Soziologen stellen fest, dass eine Radikalisierung der Ansichten zu beobachten ist: Der Anteil derjenigen, die offen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sind (19%), übersteigt deutlich den Anteil derjenigen, die voll und ganz unterstützen (13%).

Analytiker von CBOS weisen darauf hin, dass die aktuellen Werte die schlimmsten in der Geschichte solcher Umfragen sind, die seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 durchgeführt wurden.

Rückgang der Unterstützung für Ukrainer

Der Kontrast zu Beginn der umfassenden Invasion ist erschreckend: Anfang 2022 betrug der Unterstützungsgrad für Ukrainer rekordverdächtige 94% und blieb bis Mitte 2023 auf hohem Niveau. Der Enthusiasmus hat sich jetzt jedoch in Skepsis und Pragmatismus verwandelt.

Wer gegen Ukrainer ist

Die Studie hat klare demografische und soziale Trennlinien offenbart. Die Bewohner des ländlichen Raums sind am negativsten gegenüber ukrainischen Flüchtlingen eingestellt – dort äußern sich 59% der Befragten dagegen. In großen Städten liegt dieser Wert nur bei 27%.

Die Einstellung gegenüber Flüchtlingen hängt auch vom Bildungsgrad und dem wirtschaftlichen Status ab:

  • Unter Menschen mit Grundbildung äußern sich 62% gegen die Aufnahme von Ukrainern, während unter Menschen mit Hochschulbildung nur 26% dagegen sind.

  • Die ärmsten Bevölkerungsschichten (57%) sind deutlich häufiger gegen Hilfe für Flüchtlinge, als wohlhabende Bürger (18%).

Ein erheblicher Faktor ist auch der religiöse Aspekt: Menschen, die religiöse Werte befolgen, sprechen sich häufiger gegen Flüchtlinge aus (57%), als diejenigen, die sich nicht als religiös betrachten (38%).

Politische Ansichten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Wähler von rechten Parteien sind skeptischer gegenüber Ukrainern (53% dagegen), als Unterstützer von linken Kräften (31% dagegen).

Erinnern wir auch daran, dass Polen keine Truppen in die Ukraine schicken wird. Der Vorsitzende der polnischen Regierung, Donald Tusk, hat angekündigt, dass das Land eine führende Rolle in der logistischen und organisatorischen Unterstützung der Ukraine sowie der Staaten spielen will, die ihre Kräfte auf ihrem Territorium stationieren werden.

Der Rückgang der Unterstützung für Ukrainer in Polen spiegelt Veränderungen in der Stimmung der Bevölkerung wider, die auf sozialen, wirtschaftlichen und politischen Faktoren basieren. Die Situation bleibt schwierig, und künftige Studien könnten zeigen, wie sich diese Trends auf die Beziehungen zwischen den Ländern und das Leben der ukrainischen Flüchtlinge in Polen auswirken werden. Die polnische Regierung unterstützt einerseits weiterhin die Ukraine in organisatorischen Fragen, jedoch könnten die gesellschaftlichen Stimmungen die Situation für Flüchtlinge verschärfen.


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